Aufbruch ins neue Jahrtausend

Droht uns der Weltuntergang? Eine rück- und vorausschauende Betrachtung der Hamburger Astrologin Hermine-Marie Zehl

Liebe KGS-Leserin, lieber KGS-Leser!

Jetzt haben wir also alles überstanden: Weihnachten, den Jahrtausendwechsel – das heißt, genau genommen haben wir das ganze letzte Jahr überstanden. Bei all den Weltuntergangs-Prophezeiungen direkt ein Wunder, oder? Zuerst hat man uns gesagt, dass ein Komet käme. Dann eine Sintflut. Dann die Mondfinsternis. Dann die Sonnenfinsternis. Entweder hübsch nacheinander oder alles zusammen. Nun haben wir schon Januar und leben immer noch. Beruhigt können wir den Adrenalinspiegel wieder auf „normal“ herunterfahren, die letzten Weihnachtsplätzchen essen und das Leben wieder genauso weiterleben, wie wir es getan haben, bevor uns die Apokalypse in Aussicht gestellt wurde. Was natürlich auch ein bisschen dumm ist, denn da der Weltuntergang nicht stattgefunden hat, müssen wir uns wieder selbst an die Lösung unserer Probleme machen.

Wie haben Sie denn Ihr letztes Jahr empfunden? Haben Sie es einfach nur überstanden oder vielleicht gut gemeistert oder waren Sie tatsächlich sogar glücklich (und geben es auch noch zu)?? Sollten Sie es nicht mehr so genau wissen, hilft manchmal eine anhand des Tageskalenders vom letzten Jahr erstellte Plus-Minus-Liste. Sie werden staunen, wie viele schöne Momente es gegeben hat, die im Alltag untergegangen sind. Vielleicht ist das für Sie eine Anregung, diese Schönheit und den Zauber des Lebens im kommenden Jahr bewusster zu erleben und zu genießen. Im Rückblick sehen die Dinge ja manchmal anders aus, als wenn man mitten in einer Situation steckt. Ein vermeintliches Unglück kann sich letztendlich als wunderbare Lösung entpuppen, eine schwierige Situation der Beginn einer wirklich guten Zeit sein. Das ist keine Binsenweisheit, die aus irgendeinem schlauen Buch stammt! Im Lauf des Jahres habe ich viele Horoskope in der Hand gehabt, mit vielen Menschen gesprochen und, nachdem wir zusammen einige Hürden genommen hatten, sind einige solcher guten Situationen entstanden. Daran wird wohl das neue Jahrtausend nichts ändern, auch wenn immer noch einige Propheten die verschiedensten Apokalypse-Szenarien anbieten. In diesem Jahr stehen zur Auswahl: Der Zusammenbruch der Wirtschaft, nicht, weil so schlecht gewirtschaftet wird, sondern weil es wegen der Zahl 2000 einen Computer-Crash geben könnte, eine Computer-Supernova sozusagen. Da dies aber eine von der Menschheit selbst gebastelte Katastrophe wäre, wird sie nicht weiter diskutiert. Als Nächstes haben wir eine echte Supernova im Angebot, was schon allein vom Klang des Wortes her wichtiger klingt als ein schlichter Komet, der (wieder einmal nicht) auf die Erde gefallen ist. Sterne – also ferne Sonnen, wie die unsere eine ist, entstehen und vergehen in unvorstellbar großen Zeiträumen. Wenn solche Sterne sterben, habe ich mir erklären lassen, so tun sie das manchmal völlig unspektakulär: Sie erlöschen einfach. Es kann aber auch sein, dass ein solcher Stern, ehe er verlöscht, noch einmal all sein inneres Feuer zusammenballt und ein sogenannter „roter Riese“ wird. Ist dann sein Feuer aufgezehrt, so stürzt er in sich zusammen, die äußeren Schichten fallen nach innen und es erfolgt eine unglaubliche Explosion, die Supernova eben.

Während der eine oder andere selbsternannte Prophet meint, die Menschheit vor einer solchen Katastrophe warnen zu müssen, sind hingegen die Astronomen nicht ernsthaft beunruhigt, also müssen wir es auch nicht sein, denke ich. Eine weitere Möglichkeit, ein bisschen Angst zu verbreiten, ist eine außergewöhnliche Planetenkonstellation, die in der ersten Maihälfte diesen Jahres stattfindet. Das astrologische Bild ist in der Tat sehr beeindruckend: Im Sternbild des Stieres stehen die Planeten aufgereiht wie die Perlen auf einer Schnur: Mars führt die Gruppe an, in einigem Abstand folgen Sonne, Jupiter, Saturn und Merkur, das Schlusslicht bildet die Venus. Die Mittelgruppe steht ungewöhnlich nahe beisammen. Astrologisch bedeutet dies, dass sich in dieser Zeit vielerlei Einflüsse vermischen, aber von einem Weltuntergang kann (wieder einmal) überhaupt nicht die Rede sein. Die meisten Planeten wandern rasch weiter, so dass diese Einflüsse nicht von langer Dauer sein werden. Saturn und Jupiter laufen eine Weile nebeneinander her, genauer gesagt von März bis Juli 2000. In der griechischen Mythologie tragen sie die Namen Kronos und Zeus und sind Vater und Sohn. Sie wandern also ein Stück gemeinsam, dann wird offenbar, dass Zeus/Jupiter einen zwar immer noch majestätischen, aber doch rascheren Schritt anschlägt, während der alte zweigesichtige Kronos langsam und einsam seine Runde dreht. Wenn diese beiden aufeinander treffen, so treffen auch die Gegensätze Reduktion und Erweiterung aufeinander, ebenso eigene Strukturen und Einsicht, je nachdem, wie wir unser persönliches Horoskop leben und in welchem Lebensgebiet sie in unserem persönlichen Horoskop zu stehen kommen. Eine Entsprechung wäre zum Beispiel, dass uns das Recht auf eine eigene Weltanschauung bewusst wird. Darüber hinaus bildet dieses Duo längere Zeit eine Spannungsfigur zu Uranus, dem Unruhestifter. Ganz grob skizziert bedeutet dies, dass anstehende Reformen und Veränderungen nicht ohne ideologische Auseinandersetzungen vor sich gehen werden, dass die Spannung zwischen dem Festhalten an alten Strukturen und dem notwendigen Aufbrechen immer offensichtlicher wird. Dabei sind die Spielarten des „Sich-Befreiens“ unzählig wie die vielen plötzlichen Ideen des Himmelsgottes Uranus. Entweder revoltiert jemand sogar gegen sinnvolle Ordnung und Strukturen, ohne die das Leben ins Chaos zurückversinkt, oder er verharrt in Bewegungslosigkeit, aus Angst in die falsche Richtung zu laufen.

Wie sehr die einzelnen Sternzeichen von dieser Konstellation des Frühlings betroffen sind und was uns astrologisch im Jahr 2000 insgesamt erwartet, habe ich im Folgenden versucht als große Richtung darzustellen.

 

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