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ZEICHEN,
WUNDER, FRÖMMIGKEIT.
Schon
immer war das Ende eines Jahrhunderts ein besonderer Zeitpunkt. Vergangenes
wurde reflektiert und über die Zukunft spekuliert. Eine Ausstellung in
der Hamburger Kunsthalle zeigt noch bis Ende Februar Graphiken und Buchillustrationen
aus der Zeit um 1500, die dies besonders deutlich machen. Kometen, Sternenkonstellationen,
Seuchen und Missgeburten wurden als Vorzeichen politischer Ereignisse
oder als Ankündigung des Jüngsten Gerichtes interpretiert. Neben Albrecht
Dürers „Apokalypse“ von 1498, die als wichtigstes Zeugnis der Endzeitstimmung
gilt, sind in der Ausstellung auch seltene Einblattdrucke und astrologische
Weissagungsschriften zu sehen. • • • Als gemeinsames Projekt verschiedener
Hamburger Museen ist ebenfalls in der Kunsthalle bis Anfang März eine
große Ausstellung über die Kunst des hamburgischen Mittelalters zu sehen.
In ihrem Mittelpunkt steht der jüngst in Polen wiederentdeckte vielteilige
Hauptaltar des 1806 abgerissenen Hamburger Doms. Der Altar entstand vor
500 Jahren in der Werkstatt des Hamburger Malers Absolon Stumme. Auch
Künstlernamen wie Hans und Hinrik Bornemann und Hinrik Funhof lassen sich
vor allem in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts mit der Entstehung
zahlreicher Altäre für Hamburg und das Umland in Verbindung bringen. Die
Stiftung eines Altarbildes sollte vielen Gläubigen ihr Seelenheil im Jenseits
sichern. Erst als in der Reformationszeit diese Grundsätze in Frage gestellt
wurden, verloren die Altäre an Bedeutung. Die Ausstellung gibt auch Einblicke
in das mittelalterliche Zunftwesen in Hamburg. Handwerker verschiedener
Zünfte waren für die Schreine, die geschnitzten Skulpturen, bemalten Tafeln
und Vergoldungen tätig. Auch andere Aspekte der mittelalterlichen Frömmigkeit
wie die Marienverehrung, der Reliquienkult oder Stiftungen finden Beachtung
HAMBURGER
KUNSTHALLE:„Zeichen und Wunder – Weissagungen um 1500“ • Ausstellung,
noch bis 20. Februar
• • • „Goldgrund und Himmelslicht – Die Kunst des Mittelalters in
Hamburg“ • Ausstellung, noch bis 5. März, jeweils
Di-So 10 bis 18 Uhr, Do bis 21 Uhr • Ort und Information: Hamburger Kunsthalle, Glockengießerwall,
am Hauptbahnhof, 20095 Hamburg, Telefon 42854-2612
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