Acro­Yo­ga: Fly high, di­ve de­ep!

„Acro­Yo­ga“ hat nichts mit Kampf­kunst zu tun, son­dern kom­bi­niert Paa­ryo­ga, Akro­ba­tik und Thai-Mas­sa­ge. Es bie­tet ei­ne Syn­the­se aus der Weis­heit des Yo­ga, der Spiel­freu­de der Akro­ba­tik und der hei­len­den Kraft der Thai-Mas­sa­ge. Die Ham­bur­ger Rei­ki-Leh­re­rin Bar­ba­ra Si­mons­ohn hat es aus­pro­biert und ist be­geis­tert

Fo­to: wa­ri.ca­t


Erst 2004 von den Ame­ri­ka­nern Jen­ny Saur-Klein und Ja­son Neh­mer in San Fran­cis­co ge­grün­det, hat die­se äs­the­ti­sche Yo­ga-Form schnell die Welt er­obert. Al­ter und Vor­er­fah­rung spie­len grund­sätz­lich erst mal kei­ne Rol­le. Es ist ein ein­ma­li­ges Ge­fühl, sich von den Fü­ßen ei­nes Freun­des tra­gen zu las­sen, um schwe­re­los für ein paar Mo­men­te, aber ei­ne ge­fühl­te Ewig­keit die Her­aus­for­de­run­gen des All­tags zu ver­ges­sen. Im Mit­tel­punkt ste­hen lie­be­vol­le Für­sor­ge, Ent­span­nung und ver­trau­ens­vol­les Mit­ein­an­der. Die „Ba­se“ trägt die obe­re Per­son, den „Flie­ger“, und ein „Spot­ter“ steht bei schwie­ri­gen As­a­nas (Kör­per­hal­tun­gen im Yo­ga) be­reit, der die Po­si­tio­nen si­chert und die Aus­rich­tung, wenn nö­tig, kor­ri­giert.Un­ter­schie­den wer­den im Acro­Yo­ga zwei Qua­li­tä­ten: die eher ru­hi­ge Va­ri­an­te des the­ra­peu­ti­schen Flie­gens und die eher dy­na­mi­sche Va­ri­an­te des akro­ba­ti­schen Flie­gens. Beim the­ra­peu­ti­schen Flie­gen kann sich der Flie­ger ganz der Schwer­kraft über­las­sen. Sein Kör­per wird sanft ge­dehnt, ge­streckt und mas­siert. Die Ba­se fühlt sich da­bei in den Kör­per des Flie­gers hin­ein, um tief ins Los­las­sen, Ver­trau­en und in die Ent­span­nung hin­ein­zu­ge­hen. In der „Fle­der­maus“ hängt der Flie­ger kopf­über zwi­schen den Kni­en der Ba­se, und im „Bird“ schwebt er tri­um­phie­rend durch­ge­streckt wie ei­ne Ga­li­ons­fi­gur oder wie Ka­te Wins­let in ih­rer be­rühm­ten Ti­ta­nic-Sze­ne. Rü­cken­schmer­zen ver­schwin­den, und man fühlt sich en­er­ge­ti­siert für Stun­den. Akro­ba­ti­sches Flie­gen ist ge­prägt von Spiel­freu­de und Kon­zen­tra­ti­on. Wel­che As­a­nas aus­ge­führt wer­den, rich­tet sich nach den Fä­hig­kei­ten und dem Er­fah­rungs­grad von Flie­ger, Ba­se und Spot­ter, der Hil­fe­stel­lung. Es gibt Va­ria­tio­nen für An­fän­ger und Fort­ge­schrit­te­ne oh­ne Gren­ze nach oben. Der be­son­de­re Reiz sind das Spiel mit der Erd­an­zie­hung und die Mög­lich­kei­ten, die sich of­fen­ba­ren, so­bald wir meh­re­re Kör­per über­ein­an­der sta­peln. Ver­let­zun­gen der Akro­ba­ten sind ex­trem sel­ten dank ho­her Auf­merk­sam­keit al­ler Be­tei­lig­ten.

Lu­cie Bey­er lei­tet zu­sam­men mit Kai Hit­zer das „Su­tra Collec­tive“ in St. Pau­li, das als ein­zi­ges Stu­dio in Ham­burg zer­ti­fi­zier­te Acro­Yo­ga-Kur­se in Ham­burg an­bie­tet. Als Yo­ga- und Acro­Yo­ga-Leh­re­rin und lei­den­schaft­li­che Bo­dy­wor­ke­rin ver­folgt sie ei­nen spie­le­ri­schen An­satz. Lu­cie, „Lu­cy in the sky“, hat ei­ne be­son­de­re Phi­lo­so­phie: „Die meis­ten Krank­hei­ten in der west­li­chen Ge­sell­schaft sind in mei­nen Au­gen auf man­geln­de so­zia­le Wär­me zu­rück­zu­füh­ren. Die­ses Syn­drom nen­ne ich 'die Il­lu­si­on der Iso­la­ti­on'. Wir sind näm­lich nicht al­lein mit un­se­ren Ta­len­ten, dem Licht un­se­rer See­le. Die­se Il­lu­si­on ver­schlei­ert die Sicht auf den Raum un­be­grenz­ter Mög­lich­kei­ten, ge­füllt mit Lie­be und der Fül­le des Seins. Acro­Yo­ga bricht mit die­ser Il­lu­si­on. Es er­in­nert uns an un­se­re Grund­be­dürf­nis­se nach ge­mein­schaft­li­chem Er­le­ben – die po­si­ti­ven wie auch die her­aus­for­dern­den Ele­men­te. Nach Teil­nah­me und nach Nah­rung für Kör­per, Geist und See­le.“  (Fo­to: pri­vat)

Viel­leicht ist Acro­Yo­ga für ei­ni­ge ein kör­per­lich her­aus­for­dern­des Work­out. Für an­de­re macht es den Le­bens­stil aus – den spi­ri­tu­el­len Weg. Auf je­den Fall ha­be ich sel­ten bei Yo­gas-Ses­si­ons so viel Ver­trau­en und lie­be­vol­les Mit­ein­an­der er­lebt. Die At­mo­sphä­re der für­sor­gen­den Un­ter­stüt­zung, Lie­be und ge­gen­sei­ti­gen Er­mu­ti­gung: so dicht, so dick, fast zum Schnei­den. Mein Er­folgs­er­leb­nis: nicht nur als Flie­ger nicht mehr wis­sen, wo oben und un­ten ist, und sich trotz­dem völ­lig si­cher, weil lie­be­voll und kom­pe­tent ge­tra­gen, zu wis­sen. Auch mit mei­nen be­schei­de­nen 51 Ki­lo ein schwe­re­re Frau hoch­stem­men und si­cher hal­ten zu kön­nen. Es gibt ei­nen Punkt, der ist Ent­span­nung pur für die Ba­se. Nur Flie­gen ist schö­ner. 

 Bar­ba­ra Si­mons­ohn, www.bar­ba­ra-si­mons­ohn.de 
 
Für al­le, die es ken­nen­ler­nen möch­ten: Am 17. Ju­ni um 12 Uhr ist ei­ne Per­for­mance auf der Al­tona­er Tanz­büh­ne zu er­le­ben, gleich da­nach von 15 bis 18 Uhr fin­det ein Acro­Yo­ga-Ein­stei­ger-Work­shop statt.


Wei­te­re In­for­ma­tio­nen: 
www.yo­ga­mit­lu­cie.de
www.acro­yo­ga.org
www.su­tra-collec­tive.de 

erschienen am: 29.05.2012
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