Das Sein im Klang

Die in­te­gra­le Klang­ar­beit, wie sie durch die lang­jäh­ri­ge Ar­beit des Ham­bur­ger Gong­mu­si­kers und Trom­mel­künst­lers Jens Zy­gar (Fo­to) ge­prägt wor­den ist, lie­fert den ideo­lo­gi­schen Über­bau ei­ner mo­der­nen Klang­mu­sik. Die Klang­ta­ge prä­sen­tie­ren die­se in­ter­dis­zi­plinä­re neue Mu­sik­form in Pra­xis und Theo­rie und sind ge­dacht als Fo­rum für al­le Men­schen, die sich mit dem The­ma Be­wusst­seins­wan­del be­schäf­ti­gen und nach Mög­lich­kei­ten su­chen, ih­ren All­tag selbst­be­stimmt und krea­tiv durch er­wei­ter­te Kom­mu­ni­ka­ti­ons­for­men zu be­rei­chern. Im In­ter­view mit Mo­ni­ka Knapp spricht Jens Zy­gar über das We­sen und die Mög­lich­kei­ten von Klang­ar­beit und Klang­mu­sik

Jens, gibt es ein über­ge­ord­ne­tes The­ma, ei­nen ro­ten Fa­den für die Klang­ta­ge?
Die Klang­ta­ge bie­ten ei­nen Raum für klang­mu­si­ka­li­sche und bio­en­er­ge­ti­sche Krea­ti­vität. Ziel ist das Ver­fei­nern der Sin­ne, den Kon­takt mit den Quel­len der ei­ge­nen Vi­ta­lität her­zu­s­tel­len und den Aus­druck emp­fun­de­ner Le­bens­freu­de zu ver­wirk­li­chen. Die Klang­ta­ge möch­ten Im­puls­ge­ber für die per­sön­li­che Ent­wick­lung sein, sie sind ge­mein­schafts­bil­dend und för­dern die nach­hal­ti­ge, re­gio­na­le Kul­tur­ver­net­zung.

Die Klang­ta­ge sind ja ein Treff­punkt für das Netz­werk der Klang­ar­bei­ter, die die Vi­si­on ei­ner in Lie­be, Frie­den und Re­spekt ver­ein­ten Ge­sell­schaft pfle­gen. Wie tra­gen Klang­ar­beit und Klang­mu­sik zu ei­ner bes­se­ren Kom­mu­ni­ka­ti­on bei?
Die Hin­ga­be im Mo­ment, das Lau­schen in der ge­mein­sa­men Klang­welt schärft die Sin­ne und ist ein Schritt hin zu ei­ner non­ver­ba­len Kom­mu­ni­ka­ti­on. Klang­krei­se bil­den den Rah­men für Klang­ze­re­mo­ni­en, in de­nen Klang­ges­ten, Tö­ne und Schwin­gun­gen ein sub­ti­les En­er­gie-Man­da­la um ein ima­gi­nier­tes Zen­trum we­ben. Je­de Si­tua­ti­on ist neu, un­be­kannt und gleicht ei­nem ein­zig­ar­ti­gen Mys­te­ri­um. Das Sein im Klang, die an­teil­neh­men­de und wohl­wol­len­de Prä­senz wäh­rend der Klang­krei­se und na­tür­lich das Dar­s­tel­len der Mu­sik sel­ber sind ei­ne her­vor­ra­gen­de Ge­le­gen­heit, Er­fah­run­gen in kos­mi­scher Kom­mu­ni­ka­ti­on zu ma­chen.

Du sagst, Klang­mu­sik und ins­be­son­de­re die kos­misch ge­stimm­te Klang­mu­sik er­mög­licht den Zu­gang zu sehr ho­hen In­for­ma­ti­ons­e­be­nen. Kannst du das bit­te näher er­läu­tern?
Mit je­dem Atem­zug geht je­der Mensch mit un­end­lich vie­len Da­seins­e­be­nen in Re­so­nanz. Na­tur­ton­klän­ge sind in der La­ge, die Ver­bin­dun­gen zwi­schen In­for­ma­ti­ons­räu­men der Me­ta­e­be­nen und der ma­te­ri­el­len Wirk­lich­keit auf­zu­zei­gen und her­zu­s­tel­len. Das Wis­sen um die Ord­nungs­f­re­quen­zen der Na­tur, wie sie durch die For­schun­gen der Kos­mi­schen Ok­ta­ve be­kannt ge­wor­den sind, ver­schafft Klang­ar­bei­tern die Mög­lich­keit, die un­ter­schied­li­chen ar­che­ty­pi­schen Schwin­gun­gen ge­ziel­ter ein­zu­set­zen. Mei­ner Mei­nung nach sind vie­le Men­schen zu ziel­o­ri­en­tiert. „Der Weg ist das Ziel“ – die­se uni­ver­sel­le Weis­heit gilt auf je­den Fall auch für die Klang­ar­bei­ter.

Wie wirkt sich Mu­sik auf die mensch­li­che Bio­lo­gie aus? Und wie und un­ter wel­chen Um­s­tän­den kön­nen Klän­ge hei­len­de Wir­kung auf Kör­per und See­le ha­ben?
Wir be­s­te­hen zu cir­ca 80 Pro­zent aus Was­ser, ei­nem her­vor­ra­gen­den Über­tra­gungs­me­di­um für Schwin­gung, wir schwin­gen qua­si stän­dig. Klän­ge ha­ben ei­ne ver­blüf­fend di­rek­te Wir­kung und über­tra­gen ih­re Schwin­gun­gen mit den je­wei­li­gen Qua­litä­ten in Echt­zeit. Aber ge­nau wie nicht al­le Nah­rungs­mit­tel zwangs­läu­fig pas­send sind, sind auch nicht al­le Fre­quen­zen und Klän­ge phy­sio­lo­gisch.
Ei­ne at­mo­s­phä­risch sta­bi­le Um­ge­bung für die Ent­fal­tung der hei­len­den Wir­kun­gen ist schön und wün­schens­wert. Der Klang­ar­bei­ter denkt in „So­wohl-als-auch“-Ka­te­go­ri­en und nutzt die Mög­lich­kei­ten des di­gi­ta­len Sound­de­signs eben­so wie die ei­ner ana­lo­gen Stimm­ga­bel oder Klang­scha­le.

Dein Kon­zept der „Trom­mel­power“ ist auch für so­ge­nann­te „un­mu­si­ka­li­sche“ Men­schen ein Weg, Trom­meln zu ler­nen und den ei­ge­nen Rhyth­mus zu fin­den. Was ge­nau be­deu­tet es, den ei­ge­nen Rhyth­mus zu fin­den, und wie läuft so ein in­ne­rer Pro­zess ab?
Meis­tens be­ginnt es mit ei­ner großen Über­ra­schung: Das, was ver­meint­lich schwer und bis­her un­mög­lich schien, ist mit ei­nem Mal leicht und mach­bar – und dann kommt meis­tens auch schon der große En­er­gie­schub, der die Gren­zen der ei­ge­nen En­er­gie­wahr­neh­mung neu de­fi­niert. Rhyth­mus setzt Kraft und En­er­gie frei: Es ist, als ob sich ei­ne bis­lang un­be­kann­te Kraft ent­lädt.
Wie ab dann der in­ne­re Pro­zess ver­läuft, hängt je­weils ab von dem Cha­rak­ter, der in­ne­ren Ein­s­tel­lung, der ei­ge­nen Wahr­neh­mung, der Mo­ti­va­ti­on und dem Weg des Schick­sals.

Wor­auf dür­fen sich die Be­su­cher der Klang­ta­ge be­son­ders freu­en?
Im Klang­gar­ten kön­nen wun­der­schön klin­gen­de In­stru­men­te er­lebt wer­den, die Work­shops lie­fern neue Im­pul­se und An­re­gun­gen, wie man das große Feld der in­tui­ti­ven Mu­sik für sich nut­zen kann.
Der Ozea­no­lo­ge Dr. Erich Bäu­er­le re­fe­riert über den Klang der El­be; der Au­tor der Kos­mi­schen Ok­ta­ve Hans Cous­to wird über die Wir­kun­gen der Pla­ne­ten­f­re­quen­zen sp­re­chen, un­ter­schied­li­che Gongs mit viel­fäl­ti­gen Qua­litä­ten kön­nen er­lebt und aus­pro­biert wer­den.
Das Klang­haus wur­de be­reits 1986 als un­ab­hän­gi­ges For­schungs­in­s­ti­tut für die Wir­kun­gen von Klän­gen auf den Men­schen ge­grün­det. Bis zum heu­ti­gen Tag do­ku­men­tie­ren krea­ti­ve Klang­mu­sik-Pro­jek­te welt­weit die in­no­va­ti­ve und vi­si­onä­re Ar­beit des in Ham­burg be­hei­ma­te­ten Zu­kunfts­la­bors.  

erschienen am: 28.09.2013
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