„Aus dem Geist der Lie­be geht al­les her­vor“

Es gibt Hei­lun­gen, die man sich nicht wirk­lich er­klä­ren kann. Cle­mens Ku­by, Fil­me­ma­cher und Buch­au­tor, hat ei­ne so­ge­nann­te Spon­tan­hei­lung am ei­ge­nen Leib er­fah­ren. Nach dem Sturz von ei­nem Bau­ge­rüs­t war er quer­schnitts­ge­lähmt, oh­ne Aus­sicht auf Hei­lung – und ver­lie­ß ein Jahr spä­ter die Kli­nik auf sei­nen ei­ge­nen Bei­nen. Dies hat ihn be­wo­gen, dem Phä­no­men Hei­lung über­ vie­le Jah­re hin­weg in­ten­siv nach­zu­spü­ren und auch an­de­re Men­schen auf die­sem Weg zu un­ter­stüt­zen. In sei­nem neu­en Film do­ku­men­tiert Cle­mens Ku­by „See­len­ge­sprä­che“, die er mit ein­zel­nen Kli­en­ten ge­mä­ß ­s­ei­ner Selbst­hei­lungs­me­tho­de Men­tal Hea­ling® ge­führ­t hat. Die­se Ge­sprä­che of­fen­ba­ren, wie schnell man an die see­lisch-geis­ti­gen Ur­sa­chen auch von sehr schwe­ren Krank­hei­ten ge­lan­gen kann. Deut­lich wird, dass ein Hei­lungs­er­folg of­fen­bar nicht ab­hän­gig ist von dem Sym­ptom, son­dern von der Be­reit­schaft, um­zu­den­ken und sein Be­wusst­sein zu er­wei­tern. Pre­mie­re des Films „Men­tal Hea­ling“ wird im Ju­ni in Ham­burg in An­we­sen­heit von Cle­mens Ku­by sein. Im nach­fol­gen­den Aus­zug aus sei­nem Buch glei­chen Ti­tels er­läu­tert der Au­tor, wel­che Sicht­wei­se der Welt sei­ner Hei­lungs­me­tho­de zu­grun­de liegt

Der Kos­mos pul­siert

Vie­le mei­nen ja, die Ma­te­rie sei der Chef und dik­tie­re un­se­re Le­bens­um­stän­de. Wenn die­se Mei­nung sich än­dert, ist der Geist Chef, und un­se­re Ge­dan­ken be­stim­men, wie es uns geht und was aus uns wird. Die ei­ge­nen Ge­dan­ken kann man viel, viel leich­ter for­men als die Um­stän­de. Des­halb wer­den die Mög­lich­kei­ten, das Le­ben mit dem Geist als Chef selbst zu ge­stal­ten, so un­end­lich viel grö­ßer, dass wir dies un­be­dingt nut­zen wol­len.

Man kann mit ver­schie­de­nen Bril­len her­um­lau­fen. Man kann nur nicht oh­ne Bril­le, oh­ne ein ganz be­stimm­tes Kon­zept schau­en. Auch die­je­ni­gen, die be­haup­ten, sie wür­den ­sich le­dig­lich die nack­ten Fak­ten an­schau­en, ha­ben das Kon­zept von nack­ten Fak­ten zwi­schen sich und dem, was sie be­trach­ten – und das ist auch ei­ne Bril­le. Im Grun­de ist das in Ord­nung, wir dür­fen ­die Sub­jek­ti­vi­tät nur nie au­ßer Acht las­sen, da­mit wir kei­ne un­sin­ni­gen Ar­gu­men­te aus­tau­schen und zum Bei­spiel sa­gen: „Das, was du da siehst, ist falsch“, nur weil man das­sel­be nicht sieht und theo­re­tisch auch nicht nach­voll­zie­hen kann. Die­se Art der Dis­kus­si­on ist sinn­los, wenn Strei­ten­de un­ter­schied­li­che Bril­len tra­gen. Je­de Bril­le stellt ei­ne Ideo­lo­gie dar. Man darf sie nur nicht dog­ma­ti­sie­ren, an­dern­falls führ­t ­dies schnell zu Fa­na­tis­mus, und dann sind wir wie­der im Krieg.

Es ist selt­sam, dass wir über­haupt Geist von Ma­te­rie tren­nen und den­ken, die Ma­te­rie sei et­was oh­ne Geist. Das ist der­sel­be Un­sinn, wie Geist als nichts zu de­fi­nie­ren. Seit ei­nem gu­ten Jahr­hun­dert be­haup­tet die Wis­sen­schaft, der Mensch be­ste­he aus Haut und Kno­chen, Mus­keln und Or­ga­nen und die wie­der­um aus Zel­len und die Zel­len aus Mo­le­kü­len und die Mo­le­kü­le aus Ato­men. Es ist ein ziem­lich po­pu­lä­res Mo­dell für ­die Wirk­lich­keit, das vie­len Wis­sen­schaft­lern als struk­tur­ge­ben­des Ras­ter dient. Durch die zu­neh­men­de Er­eig­nis­dich­te lö­sen sich die Er­klä­rungs­mo­del­le im­mer schnel­ler ab. Wo­mit heu­te die Welt er­klärt wird, ist mor­gen schon wie­der über­holt. Wo­her soll die Ori­en­tie­rung für ­die ei­ge­ne Ent­wick­lung dann kom­men? Der fort­wäh­ren­de In­put ist so viel­fäl­tig, dass die Un­si­cher­heit, ob man der rich­ti­gen An­re­gung folgt, im­mer grö­ßer wird. Da­mit greift auch das ADS-Syn­drom (Auf­merk­sam­keits­de­fi­zit) im­mer wei­ter um sich. Was ist zu tun? Wo fin­det man Ori­en­tie­rung?

Die ein­zi­ge wirk­li­che und ab­so­lut zu­ver­läs­si­ge Ori­en­tie­rung, die je­dem Men­schen mit je­dem Bil­dungs­grad glei­cher­ma­ßen zur Ver­fü­gun­g ­steht, sind Schmer­zen. Wer Schmer­zen hat, wei­ß zwei­fels­frei, dass er nicht auf sei­nem op­ti­ma­len Weg ist. Die­se Ori­en­tie­rungs­hil­fe müs­sen ­wir ernst neh­men, wenn wir nicht im­mer von an­de­ren ab­hän­gig sein wol­len, nach de­ren Rat­schlag wir uns ent­wi­ckeln sol­len. Vie­le – oder bes­ser ge­sagt, fast al­le – be­trach­ten Schmer­zen aber nicht als Hil­fe, son­dern als et­was Un­an­ge­neh­mes, viel­leicht so­gar als Fluch oder schlim­mer noch, als Wil­le Got­tes, und ganz schlimm, als Stra­fe Got­tes. Für ­mich gab es im­mer nur den lie­ben Gott. Ein stra­fen­der Gott kann in mei­nen Au­gen kein Gott sein.

 

Das Uni­ver­sum der Lie­be

Gott ist ein Be­griff für das al­les Um­fas­sen­de, und das ist das Uni­ver­sum mit all sei­nen Ga­la­xi­en (bis­her hat man 256 da­von ent­deckt), den Ster­nen und Pla­ne­ten und was noch al­les da­zu­ge­hör­t. Das al­les ist her­vor­ge­bracht von Geist. Die­ser Geist ist noch viel, viel grö­ßer als das, was sich aus ihm her­aus schon ma­te­ria­li­siert hat und wie­der ver­gan­gen ist. Al­les sind Schwin­gungs­pro­zes­se. Es exis­tie­ren aber nicht be­lie­big oder un­end­lich vie­le Schwin­gungs­fre­quen­zen – das Uni­ver­sum weist in sei­nem Fre­quenz­spek­trum Lü­cken auf. Die­se Lü­cken ­ma­chen erst Sinn, wenn man die mit dem De­zi­mal­sys­tem ge­mes­se­nen Fre­quenz­wer­te nach Lo­ga­rith­mus e um­rech­net. Dann er­kennt man, dass zum ei­nen al­le Fre­quen­zen Ex­po­nen­ti­al­pro­zes­se sind, das hei­ßt, sie ent­wi­ckeln sich dra­ma­tisch, und zum an­dern, dass al­le Fre­quen­zen mit­ein­an­der har­mo­nisch schwin­gen. Es gibt kei­ne Fre­quen­zen, die ei­nen Miss­klang er­zeu­gen könn­ten – des­halb be­ste­hen die­se Lü­cken im Fre­quenz­spek­trum des Uni­ver­sums.

Die dar­aus re­sul­tie­ren­de Har­mo­nie lässt sich auch als Lie­be be­schrei­ben. Wir sind al­so ein Uni­ver­sum der Lie­be. Da das Uni­ver­sum im Ur­sprung im­mer Geist ist, kann man auch sa­gen: Es ist der Geist der Lie­be, aus dem al­les her­vor­geht.

Wer die­sen ma­the­ma­ti­schen Auf­bau des Uni­ver­sums nicht er­kennt, glaubt wei­ter­hin an die Cha­os- und Ur­knall-Theo­rie (dar­auf bin ich schon in mei­nem Buch Hei­lung – das Wun­der in uns, Sei­te 11 und 155 ein­ge­gan­gen). Die­se Theo­rie ent­spricht un­se­rem ma­te­ria­lis­ti­schen Zeit­al­ter. Ma­te­rie hat im­mer ei­nen An­fang und ein En­de. Sich das Uni­ver­sum oh­ne Ur­knall und da­mit oh­ne An­fang und oh­ne En­de vor­zu­stel­len, ist die Ba­sis da­für, auch sei­ne See­le als un­sterb­lich oh­ne An­fang und En­de an­zu­neh­men. Durch die Fi­xie­rung auf die Ma­te­rie und da­mit auf den Kör­per denkt man je­doch nur in end­li­chen Mo­del­len. Was vor ei­nem an­ge­nom­men Ur­knall ge­we­sen sein könn­te und was wir vor un­se­rer Zeu­gung wa­ren – sol­che Über­le­gun­gen pas­sen nicht in die­ses Mo­dell. Für ­die­ses Mo­dell sind See­le und Geist kei­ne prak­tisch an­wend­ba­ren Fak­to­ren.

Ma­te­rie wird und ver­geht, sie ist im­mer end­lich, so wie auch das ma­te­ria­lis­ti­sche Men­schen­bild, das sich mit dem Kör­per iden­ti­fi­ziert. Der Kör­per wird ge­zeugt und stirbt. Des­halb braucht nach die­ser Lo­gik auch das Uni­ver­sum ei­ne Zeu­gung be­zie­hungs­wei­se ei­nen An­fang. Wer aber das Uni­ver­sum ge­zeugt hat, das ent­zieht sich der Wis­sen­schaft, da ver­lässt sie ihr Den­ken, wird mys­tisch und spricht ein­fach von Gott. In­so­fern sind sich Va­ti­kan und al­te Phy­sik voll­kom­men ei­nig. Ob­wohl der streng­gläu­bi­ge Ka­tho­lik Ste­phen Haw­king dem Papst er­klä­ren muss­te, dass er als Ma­the­ma­ti­ker in die­sem Uni­ver­sum kei­nen Schöp­fer aus­ma­chen kann, blei­ben Kir­che und Phy­sik bei ih­rer Ur­knall-Theo­rie. Bis sie fällt, ver­geht noch ei­ni­ge Zeit. Und wenn sie fällt, fällt viel. Das führ­t zu dem Be­wusst­seins­sprung, den wir mit Men­tal Hea­ling für uns per­sön­lich ge­ra­de voll­zie­hen.

(Ab­druck mit freund­li­cher Ge­neh­mi­gung des Kö­sel Ver­la­ges aus dem Buch Men­tal Hea­ling von Cle­mens Ku­by, 381 Sei­ten, ge­bun­den, 19,99 Eu­ro)

erschienen am: 24.05.2011
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