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SPIRIT CINEMA – KINOFILME UND DVDs

REA­LI­TY XL

Der re­nom­mier­te Pro­fes­sor Kon­stan­tin Ca­rus ar­bei­tet am Kern­for­schungs­in­sti­tut CERN. Nach ei­ner Schicht im Kon­troll­raum des Teil­chen­be­schleu­ni­gers, mit dem er zu­sam­men mit ei­ner Grup­pe von For­schern Ex­pe­ri­men­te durch­führt, ver­lässt er als Ein­zi­ger den Raum wie­der. Der Rest der Grup­pe ist spur­los ver­schwun­den.

Was wirk­lich wäh­rend des Ex­pe­ri­ments pas­sier­te, ver­sucht das Er­mitt­ler­duo Ro­bin Spec­tor und So­phia Dek­kers her­aus­zu­fin­den. Doch Ca­rus gibt sich rät­sel­haft. Und wel­che Rol­le spielt der mys­te­riö­se Ste­no­graf An­toi­ne? Hei­ner Lau­ter­bach mimt ei­nen Mit­ar­bei­ter des Kern­for­schungs­in­sti­tu­tes CERN, der nach ei­ner Schicht am Teil­chen­be­schleu­ni­ger als Ein­zi­ger der For­scher­grup­pe das La­bor wie­der ver­lässt und hier­auf von ei­nem ge­heim­nis­vol­len Er­mitt­ler­duo, ge­spielt von Max Tid­of und An­ni­ka Blendl, in eben je­nem kel­ler­ar­ti­gen Raum zu den Vor­fäl­len be­fragt wird.

Tat­ort-Re­gis­seur Tom Bohn lie­fert mit Rea­li­ty XL ei­nen un­an­ge­pass­ten und un­ab­hän­gi­gen Thril­ler als ge­spens­ti­sches Kam­mer­spiel ab. Bohn hat das Dreh­buch selbst ge­schrie­ben, den Film selbst in­sze­niert und pro­du­ziert und küm­mert sich auch noch um den Ver­leih. Her­aus­ge­kom­men ist ein Mys­te­ry Thril­ler mit teils sur­rea­len teils über­sinn­li­chen Stim­mun­gen, der die gro­ßen Exis­tenz- und Glau­bens­fra­gen pa­ckend the­ma­ti­siert.

TOM BOHN: Rea­li­ty XL • Schrö­der Me­dia 2012, DVD/Blu-ray, 81 Mi­nu­ten

VER­LO­SUNG. Ge­win­nen Sie ei­ne von drei DVDs Rea­li­ty XL. Ein­fach E-Mail schrei­ben an re­dak­ti­on@kgs-ham­burg.de oder Post­kar­te an KGS Ham­burg, Re­dak­ti­on, Born­stra­ße 4, 20146 Ham­burg. Ein­sen­de­schluss: 7. Mai 2012. Stich­wort: Rea­li­ty.


AWA­KE – ein Rei­se­füh­rer ins Er­wa­chen

95 Pro­zent un­se­res Ver­hal­tens wird von un­se­rem Un­ter­be­wusst­sein ge­steu­ert, 95 Pro­zent un­se­rer DNS sind un­ge­nutzt – das mensch­li­che Po­ten­zi­al scheint noch ziem­lich am An­fang sei­ner tat­säch­li­chen Mög­lich­kei­ten zu ste­cken.

Wie konn­te es ge­sche­hen, dass un­se­re Welt vor ei­nem Kol­laps al­ler Sys­te­me steht? War­um hat der Mensch sei­ne Ver­bin­dung zu Gott und zur Na­tur ver­lo­ren? Und was kön­nen wir tun, um wie­der ins Lot zu kom­men? Mit die­sen Fra­gen im Ge­päck mach­te sich Ca­tha­ri­na Ro­land auf den Weg um den Glo­bus. Ihr Film gibt Ant­wor­ten auf die bren­nen­den Fra­gen un­se­rer Zeit. Er nimmt den Zu­schau­er mit auf ei­ne tief be­rei­chern­de, trans­for­mie­ren­de Rei­se zu zahl­rei­chen Vi­sio­nä­ren wie Nas­sim Ha­ra­mein und Bar­ba­ra Marx-Hub­bard und spi­ri­tu­el­len Leh­rern wie Moo­ji, Nea­le Do­nald Walsch und Rü­di­ger Dah­l­ke und an­de­ren. Schwer­punkt des Films von Ca­tha­ri­na Ro­land sind prak­ti­sche und leicht an­wend­ba­re Tools und Übun­gen, die uns beim Pro­zess des Er­wa­chens un­ter­stüt­zen.

CA­THA­RI­NA RO­LAND: Awa­ke – ein Rei­se­füh­rer ins Er­wa­chen • Tri­ni­ty 2012, DVD, 100 Mi­nu­ten

DAS GE­HEIM­NIS DES GLÜCKS

Ba­sie­rend auf dem gleich­na­mi­gen Glücks­buch-Best­sel­ler aus den USA von John Sel­by (Fo­to), Ri­chard Gre­nin­ger und Wil­liam Glads­to­ne gibt es nun  ei­ne DVD-Do­ku­men­ta­ti­on über Pro­mi­nen­te und we­ni­ger Pro­mi­nen­te.

Sie zeich­nen ih­ren ganz per­sön­li­chen Weg zum Glück für den Zu­schau­er nach­, in In­ter­views zu Po­li­tik, Re­li­gi­on, Kunst, Wirt­schaft, Ge­sund­heit, Wis­sen­schaft, Ge­sell­schaft. Mit Ma­ri­el He­ming­way, Sri Sri Ra­vis­han­kar, Nea­le Do­nald Walsch (Ge­sprä­che mit Gott), Jack Can­field, Au­tor des Bu­ches Hüh­ner­sup­pe für die See­le u.v.a. Im Zen­trum des Bu­ches und der DVD steht das er­folg­rei­che Mas­ter Key Sys­tem von Charles Haanel. Le­bens­glück be­deu­tet hier nicht Er­folg oder Reich­tum, son­dern das Er­rei­chen des per­sön­li­chen Glücks­ge­fühls, da zu sein und das zu le­ben, was Men­schen sich im In­ners­ten wün­schen. In we­ni­ger als fünf Mi­nu­ten täg­lich kön­nen Teil­neh­mer die­ses Pro­gramms den Pro­zess des Ma­ni­fes­tie­rens von Wün­schen in Be­we­gung set­zen, le­ben­dig hal­ten und ge­nau das Le­ben le­ben, das sie sich er­träumt ha­ben.

RI­CHARD GRE­NIN­GER, JOHN SEL­BY, WIL­LIAM GLADS­TO­NE: Das Ge­heim­nis des Glücks • Al­le­gria 2012, DVD, 90 Mi­nu­ten

 

AUS­GE­RECH­NET SI­BI­RI­EN

Mat­thi­as Bleu­el (Joa­chim Król) lebt nach der Schei­dung von sei­ner Frau (Kat­ja Rie­mann) al­lein in sei­nem Rei­hen­haus in Le­ver­ku­sen. Die Tren­nung noch nicht ganz ver­wun­den, hat er sich ein­ge­rich­tet in ein ge­ord­ne­tes, über­sicht­li­ches Le­ben. Bis er von sei­nem Chef (Mi­cha­el De­gen) be­auf­tragt wird, ei­ne neue Soft­ware in das win­zi­ge Ver­kaufs­bü­ro in Si­bi­ri­en ein­zu­füh­ren. 

Sein Rei­se­ziel Ke­mero­vo liegt buch­stäb­lich am an­de­ren En­de der Welt – Bleu­el ist we­nig be­geis­tert, be­rei­tet sich aber mit Dau­nen­man­tel, Pfef­fer­spray, Des­in­fek­ti­ons­mit­tel und sons­ti­gen Uten­si­li­en akri­bisch auf die Rei­se vor. Aber spä­tes­tens als sein An­schluss­flug in No­vo­si­birsk ge­stri­chen wird, ist Bleu­el auf­ge­schmis­sen, oh­ne Sprach­kennt­nis­se hat er kei­ne Ah­nung, wie es wei­ter­geht. Aber ir­gend­wie geht es im­mer wei­ter, wenn zum Bei­spiel wie durch ein Wun­der plötz­lich ein al­ter Schul­freund (Ar­min Roh­de) vor Bleu­el auf­taucht, der sich bes­tens aus­kennt mit Land und Leu­ten.

Mit des­sen Hil­fe ge­langt Bleu­el ans Ziel sei­ner Rei­se, ahnt aber noch nicht, dass er, der ei­gent­lich nie von zu Hau­se weg woll­te, nun gar nicht mehr zu­rück will. Da­für muss er erst den Ge­sang ei­ner ge­heim­nis­voll-schö­nen Frau hö­ren, der ihn an sein Scha­ma­nen-Hör­buch er­in­nert; und als er auch noch die my­thi­schen Hin­ter­grün­de von der scho­ri­schen Sän­ge­rin Sa­ja­na (Yu­lia Men) er­fährt, ist er wie aus­ge­wech­selt: Er be­schlie­ßt, den Sprung in ein neu­es Le­ben zu wa­gen und sei­ner Lie­be in ein ab­ge­le­ge­nes Dorf hin­ter­her­zu­rei­sen.

Der neue Film von Ralf Hu­ett­ner (Vin­cent will Meer), han­delt von gro­ßem Mut, der Lie­be, und der Chan­ce, al­les zu ver­än­dern, zu je­der Zeit, an je­dem Ort.        Ada Rompf

RALF HU­ETT­NER: Aus­ge­rech­net Si­bi­ri­en • Deutsch­land/Russ­land 2012, 100 Mi­nu­ten, Ki­no­start: 10. Mai 2012


50/50 – FREUN­DE FÜRS (ÜBER)LE­BEN

Die Er­öff­nung des Arz­tes, dass Adam an ei­ner sel­te­nen Krebs­art lei­det, ist kurz, knapp und mit­leid­los. Ei­gent­lich woll­te Adam (Jo­seph Gor­don-Le­vitt) nur we­gen sei­ner Rü­cken­schmer­zen zum Arzt, doch dann die scho­ckie­ren­de Dia­gno­se – sei­ne Über­le­bens­chan­cen ste­hen 50 zu 50.

Noch kei­ne 30, mit coo­lem Job und ei­ner hüb­schen Freun­din, wird Adams Welt schlag­ar­tig ei­ne an­de­re. Jetzt ver­bringt er sei­ne Zeit in War­te­zim­mern und sein Ta­ges­ab­lauf wird von Arzt­ter­mi­nen be­stimmt. Mas­siv auf­ge­hellt wird die­se fins­te­re Welt durch zwei er­fah­re­ne Mit­pa­ti­en­ten, die schon län­ger mit ih­rer Krank­heit le­ben, sich aber mit viel Witz und schwar­zem Hu­mor ih­rer The­ra­pie ent­spannt hin­ge­ben. Mit die­sen Kum­pels im Aus­nah­me­zu­stand fühlt Adam sich gut auf­ge­ho­ben, denn die Men­schen, die ihm am nächs­ten ste­hen, sind rest­los über­for­dert mit sei­ner Krank­heit; be­son­ders sei­ne do­mi­nan­te Mut­ter (An­je­li­ca Hus­ton) ist eher ei­ne zu­sätz­li­che Be­las­tung in ih­rer her­ri­schen Art. Den­noch ge­lingt es Adam, bei all dem sei­nen Hu­mor zu be­hal­ten.

Im Ernst: Geht das, ei­ne Ko­mö­die über Krebs? Es geht. Der Dreh­buch­au­tor Will Rei­ser ver­ar­bei­tet mit gro­ßem Fein­ge­fühl und Witz, aber nie re­spekt­los, die ei­ge­nen Er­fah­run­gen sei­ner Krebs­er­kran­kung und dass man selbst in der schlimms­ten Ka­ta­stro­phe noch la­chen kann.      Ada Rompf

JO­NA­THAN LE­VI­NE: 50/50 Freun­de fürs (Über)Le­ben • USA 2011, 100 Mi­nu­ten, Start: 3. Mai 2012 


MAR­LEY

Dem Phä­no­men der Reg­gae-Le­gen­de Bob Mar­ley auf die Spur zu kom­men, ha­ben schon vie­le vor ihm ver­sucht. Mit dem Se­gen und der aus­drück­li­chen Un­ter­stüt­zung der Mar­ley-Fa­mi­lie er­hielt der Fil­me­ma­cher Ke­vin Mac­do­nald als Ers­ter Zu­gang zu bis­her un­ver­öf­fent­lich­tem Ma­te­ri­al.

Er traf Freun­de und Weg­ge­fähr­ten Bob Mar­leys, die bis­her noch nie vor der Ka­me­ra ge­spro­chen ha­ben. In Ge­sprä­chen mit sei­ner Fa­mi­lie eben­so wie mit den mu­si­ka­li­schen Freun­den ge­lingt Ke­vin Mac­do­nald ein viel­schich­ti­ges Por­trät des cha­ris­ma­ti­schen Mu­si­kers, der noch 30 Jah­re nach sei­nem Tod ei­ne an­wach­sen­de Fan­ge­mein­de hat und über­all auf der Welt, wo sich po­li­ti­scher Pro­test for­miert, ge­hört wird. Da­bei bleibt der My­thos des Welt­stars un­an­ge­tas­tet, ob­wohl auch die dunk­len Sei­ten nicht aus­ge­spart wer­den. Mar­leys Ver­hält­nis zu Frau­en ist le­gen­där, er hat­te elf Kin­der von sie­ben Frau­en. Auch dass er sich als an­fangs ex­pe­ri­men­tier­freu­di­ger Mu­si­ker aus Er­folgs­grün­den auf den Reg­gae-Sound fest­le­gen ließ, mach­te ihn schlie­ß­lich zur Le­gen­de.

In der schil­lern­den Vi­ta von Bob Mar­ley gibt es im­mer noch Neu­es zu ent­de­cken, wie der Re­gis­seur und Os­car­preis­trä­ger Ke­vin Mac­do­nald in sei­ner me­tho­disch ge­nau­en Do­ku­men­ta­ti­on deut­lich macht; auf­rich­tig, un­ter­halt­sam und tief be­rüh­rend wird er dem Men­schen­freund wie dem Mu­si­ker Bob Mar­ley ge­recht, des­sen mu­si­ka­li­sche Bot­schaft da­mals wie heu­te die Men­schen auf der gan­zen Welt zu ei­nen ver­mag.  Ada Rompf

Fo­to: © Stu­dio / Pro­du­zent

KE­VIN MAC­DO­NALD: Mar­ley • USA 2012, 144 Mi­nu­ten, Start: 17. Mai 2012


DAS GE­HEIM­NIS DER HEI­LUNG

Ein ge­lähm­ter Cel­list kehrt zu­rück auf die Kon­zert­büh­ne, auch wenn das nach vier Hirn­ope­ra­tio­nen aus­ge­schlos­sen schien. Er braucht kei­nen Roll­stuhl mehr, weil er lern­te, die Kraft in­ne­rer Bil­der zu nut­zen. 

Der Wis­sen­schafts­jour­na­list Joa­chim Faul­stich be­schäf­tigt sich seit über 20 Jah­ren mit al­ter­na­ti­ven Heil­ver­fah­ren und ak­tu­el­ler Be­wusst­seins­for­schung. Der Au­tor des Bu­ches Das Ge­heim­nis der Hei­lung (Knaur Mens­S­a­na 2010) zeigt auf, dass die Me­di­zin an ei­nem Wen­de­punkt steht, wenn ak­tu­el­le For­schungs­er­geb­nis­se al­tes Er­fah­rungs­wis­sen be­stä­ti­gen. Der ra­tio­na­le und der ma­gi­sche An­teil des Men­schen möch­ten im neu­en Jahr­tau­send end­lich zu­sam­men­wach­sen, und Joa­chim Faul­stich legt an­hand um­fas­send re­cher­chier­ter Fak­ten dar, wie die Mensch­heit ein in­te­gra­les Be­wusst­sein ent­wi­ckeln kann, hin zu ei­ner Heil­kunst, in der Kör­per und See­le un­trenn­bar ver­bun­den sind. Was Neu­ro­bio­lo­gen und Hirn­for­scher her­aus­fan­den, wird in bild­haf­ter Spra­che für je­den ver­ständ­lich: Ein un­sicht­ba­res Netz­werk ver­bin­det Kör­per, Geist und See­le. Es ist un­be­re­chen­bar, aber es strebt nach Ko­hä­renz, nach Ein­klang. Je­der Mensch kann Ein­fluss dar­auf neh­men, doch es gibt kein „Re­zept“, das für al­le gilt. Si­cher ist nur ei­nes: Ur­al­te, gleich­sam von der Zeit ge­prüf­te Me­tho­den kön­nen hel­fen, die tiefs­ten Schich­ten des Geis­tes zu er­rei­chen und so das Netz­werk po­si­tiv zu be­ein­flus­sen. Joa­chim Faul­stich stellt an­hand zwei­er de­tail­lier­ter Kran­ken­ge­schich­ten von er­folg­rei­chen Spon­tan­hei­lun­gen vor, wie die Kraft in­ne­rer Bil­der Ein­fluss auf Krank­heit und Hei­lung nimmt.   P.K. 

JOA­CHIM FAUL­STICH: Das Ge­heim­nis der Hei­lung • Knaur Mens­S­a­na 2012, DVD, 80 Mi­nu­ten


DIE HEI­LER

Fil­me sind ein sehr gu­tes Me­di­um, um Ide­en un­ter die Men­schen zu brin­gen und Be­wusst­sein zu schaf­fen. Das hat auch der Do­ku­men­tar­fil­mer, Hei­ler und spi­ri­tu­el­le Le­bens­be­ra­ter Wolf­gang T. Mül­ler er­kannt und er fass­te den Ent­schluss, ei­nen Do­ku­men­tar­film über geis­ti­ges Hei­len zu dre­hen. 

Der in Spiel­film­län­ge ge­dreh­te Do­ku­men­tar­film soll dem Zu­schau­er ein­dring­lich die Kraft der Selbst­hei­lung vor Au­gen füh­ren und ihm deut­lich ma­chen, dass je­der Ein­zel­ne die Ver­ant­wor­tung für sei­ne Ge­sund­heit selbst über­neh­men muss. En­er­ge­tisch ar­bei­ten­de Hei­ler und Leh­rer kön­nen da­bei Weg­be­glei­tung, Stüt­ze, Rich­tungs­wei­ser, Ver­trau­ter, Freund und auch Tür­öff­ner sein. Doch um Hei­lung er­fah­ren zu dür­fen, muss der Pa­ti­ent selbst durch die Tü­re ge­hen. 

Im Film kom­men rund 20 Hei­ler, Ärz­te, The­ra­peu­ten und Le­bens­leh­rer zu Wort und schil­dern in ein­drucks­vol­ler und be­we­gen­der Wei­se ih­ren je­weils ei­ge­nen Weg zum Hei­ler. Mo­dern den­ken­de Schul­me­di­zi­ner und Ärz­te wie der Best­sel­ler­au­tor Rü­di­ger Dah­l­ke schla­gen auf teil­wei­se hu­mor­vol­le, je­doch auch auf sehr ein­dring­li­che Art die Brü­cke zwi­schen geis­ti­ger Hei­lung und tra­di­tio­nel­ler Schul­me­di­zin. In die­sem Do­ku­men­tar­film wer­den wich­ti­ge und mu­ti­ge State­ments an die Zu­schau­er ge­rich­tet. Dies ins­be­son­de­re zum Woh­le der Pa­ti­en­ten; denn schlie­ß­lich ist es mitt­ler­wei­le wis­sen­schaft­lich er­wie­sen, dass vie­le kör­per­li­che Be­schwer­den ih­re Ur­sa­che auch in der see­li­schen Ver­fas­sung ha­ben. „Mit mei­nem Film möch­te ich die Men­schen in der See­le be­rüh­ren, sie nach­denk­lich ma­chen und da­zu brin­gen, die geis­ti­gen Ge­set­ze und ih­re Mit­men­schen da­nach viel­leicht an­ders zu be­trach­ten“, so der Fil­me­ma­cher Wolf­gang T. Mül­ler. Die Hei­ler ist ein ru­hi­ger, den­noch sehr span­nen­der Film ge­wor­den – vol­ler In­for­ma­tio­nen, die vie­len Men­schen bis­lang noch nicht be­kannt sein dürf­ten. 

Fo­to: Wolf­gang T. Mül­ler

WOLF­GANG T. MÜL­LER: Die Hei­ler • Ho­ri­zon 2012, DVD, 80 Mi­nu­ten


DER ZER­BRO­CHE­NE MOND

In ei­ner der men­schen­feind­lichs­ten Ge­gen­den der Er­de be­glei­tet Mar­cos Ne­grão sechs Mo­na­te im Her­zen des Hi­ma­la­jas den No­ma­den So­n­an mit sei­nem Stamm in der Re­gi­on La­dakh be­hut­sam mit der Ka­me­ra. 

Die­ses Ge­biet nen­nen die Ein­woh­ner we­gen sei­nes zer­klüf­te­ten, ei­ner Mond­land­schaft äh­neln­den Aus­se­hens seit je­her „zer­bro­che­ner Mond“. Die Er­wär­mung des Kli­mas macht die­sen Land­strich noch un­wirk­li­cher – die Flüs­se trock­nen aus und ver­wan­deln Tä­ler end­gül­tig in Wüs­ten. Die No­ma­den kön­nen nicht mehr auf tra­di­tio­nel­le Art le­ben. An­ge­sichts des dro­hen­den Un­ter­gangs sei­nes ei­ge­nen Vol­kes sucht So­n­an ver­zwei­felt nach Mög­lich­kei­ten, die­ses Schick­sal ab­zu­wen­den.

Un­wirk­lich und atem­be­rau­bend schön er­streckt sich das Ge­biet rund um das Hi­ma­la­ja-Ge­bir­ge. Doch der Kli­ma­wan­del schrei­tet auch hier un­auf­hör­lich vor­an und ge­fähr­det die Men­schen, die in die­ser iso­lier­ten Ge­gend im Ein­klang mit der Na­tur über­le­ben müs­sen.

Die mit bis­her 25 Prei­sen in­ter­na­tio­nal aus­ge­zeich­ne­te Do­ku­men­ta­ti­on er­zählt die be­we­gen­de Ge­schich­te von den dra­ma­ti­schen Ver­än­de­run­gen im Le­ben des al­ten No­ma­den So­n­an und sei­nes Vol­kes. Re­gis­seur Mar­cos Ne­grão ist es mit die­sem Film ge­lun­gen, dem Zu­schau­er ei­nen au­then­ti­schen Ein­blick in ei­ne voll­kom­men an­de­re und zum grö­ß­ten Teil un­be­kann­te Welt zu ge­wäh­ren. Ei­ne Do­ku­men­ta­ti­on über den Glau­ben und die Op­fer ei­nes Vol­kes, das be­reits mas­siv un­ter den Fol­gen des Kli­ma­wan­dels lei­det, – und über den ver­häng­nis­vol­len Kurs, den die Mensch­heit ein­ge­schla­gen hat. In la­dak­hi­scher Spra­che mit Un­ter­ti­teln.

MAR­COS NE­GRAO: Der zer­bro­che­ne Mond • Schrö­der Me­dia 2012, DVD/Blu-ray, 72 Mi­nu­ten


IN­FI­NI­TY – DAS LE­BEN EN­DET NIE

Was ge­schieht, wenn wir die­se Welt ver­las­sen? Ver­schwin­den wir ein­fach? Oder gibt es ein Le­ben da­nach? Re­gis­seur Jay Weid­ner (Fo­to) wid­met sich den gro­ßen es­sen­ti­el­len Fra­gen der Mensch­heit mit die­sem Film, der sich ganz um Re­inkar­na­ti­on und Nah­tod­er­fah­run­gen dreht. 

Er of­fen­bart die ewi­ge Na­tur un­se­res Seins und die gren­zen­lo­se Schön­heit, die uns nach dem Über­gang er­war­tet, an­hand al­ler­neu­es­ter Er­kennt­nis­se der öst­li­chen und west­li­chen Wis­sen­schaft. Ei­ni­ge der be­deu­tends­ten Be­wusst­seins­for­scher ge­ben Ein­blick in das ul­ti­ma­ti­ve Ge­heim­nis der Mensch­heit. „Wir wis­sen, dass das, was wir un­se­re See­le nen­nen, ei­ne en­er­ge­ti­sche Es­senz ist. Un­se­re Wis­sen­schaft hat das ge­ra­de erst ent­deckt. Und so ist der Tod nicht das En­de von al­lem“, sagt Gregg Bra­den, ei­ner der nam­haf­ten Au­to­ren und Re­fe­ren­ten, die auf die­ser DVD zu Wort kom­men. Auch da­bei: Nea­le Do­nald Walsch, Bri­an L. Weiss, Al­ber­to Vil­lol­do, Sta­nis­lav Grof, John Hol­land, Re­na­te Dol­lin­ger, Dan­ni­on Brin­kley, Ro­bert Thur­man und Dzog­chen Pon­lop. Atem­be­rau­ben­de Frak­tal-Ani­ma­tio­nen von Jock Co­oper ma­chen die­se DVD auch op­tisch zu ei­nem Ge­nuss.

JAY WEID­NER: In­fi­ni­ty – Das Le­ben en­det nie • Am­ra 2012, DVD, 93 Mi­nu­ten


 

HA­RUS REI­SE

Der ehe­ma­li­ge Fi­scher Ta­dao ver­bringt sei­nen Le­bens­abend mit sei­ner En­ke­lin Ha­ru in ei­nem Fi­scher­dorf. Als Ha­ru ih­ren Job ver­liert und in die Stadt zie­hen will, muss sie je­man­den fin­den, der den pfle­ge­be­dürf­ti­gen Gro­ßva­ter ver­sorgt. 

Der durch ei­nen Un­fall geh­be­hin­der­te al­te Mann wei­gert sich, mit ihr nach To­kio zu ge­hen. Des­halb macht sich das un­glei­che Paar Ha­ru und Ta­dao auf, ein Fa­mi­li­en­mit­glied zu fin­den, das den pfle­ge­be­dürf­ti­gen Al­ten auf­neh­men kann. Wäh­rend Ta­dao un­aus­weich­lich mit sei­ner schmerz­vol­len Ver­gan­gen­heit kon­fron­tiert wird, muss sich En­ke­lin Ha­ru ent­schei­den: Bleibt sie bei ih­rem Gro­ßva­ter oder geht sie nach To­kio? Da bie­tet sich plötz­lich die Chan­ce für Ha­ru, ih­ren lan­ge ver­schol­le­nen Va­ter Shi­ni­chi auf­zu­su­chen, den sie nie ken­nen­ge­lernt hat ...

Mit sei­nem kom­mer­zi­ell bis­lang er­folg­reichs­ten Film wan­delt der ja­pa­ni­sche Re­gis­seur Ma­sa­hi­ro Ko­ba­ya­shi auf den Spu­ren des gro­ßen Ya­su­ji­ro Ozu. Ha­rus Rei­se er­scheint fast wie ein mo­der­nes Re­make der Rei­se nach To­kio. Wie Ya­su­ji­ro Ozu be­schäf­tigt sich auch Ma­sa­hi­ro Ko­ba­ya­shi in sei­nem Road­mo­vie mit dem Zer­bre­chen der tra­di­tio­nel­len Fa­mi­li­en­struk­tu­ren und be­klagt den Ver­lust der Har­mo­nie in der ja­pa­ni­schen Kul­tur und Ge­sell­schaft. 

Mit dem le­gen­dä­ren Schau­spie­ler Tats­u­ya Naka­dai in der Rol­le des dick­köp­fi­gen Gro­ßva­ters weist der Film ei­nen ve­ri­ta­blen Star des ja­pa­ni­schen Ki­nos auf, un­ver­ges­sen aus Fil­men wie Die sie­ben Sa­mu­raiKa­ge­mu­sha oder Bar­fuß durch die Höl­le. Mit sei­ner Dar­stel­lung ei­nes be­wusst alt­mo­di­schen Je­der­manns, in des­sen Mi­mik sich die Tra­gik und Hoff­nung ei­nes zu En­de ge­hen­den Le­bens spie­geln, ge­lingt Naka­dai un­ter Ko­ba­ya­shis Re­gie ei­ne gro­ße Al­ters­rol­le. Ha­rus Rei­se ist ein hin­rei­ßend in­sze­nier­tes und ge­spiel­tes Me­lo­dram und Road­mo­vie, das ei­nen un­ver­stell­ten Ein­blick in das Le­ben im mo­der­nen Ja­pan bie­tet. Der Film wur­de über wei­te Stre­cken in je­nem Ge­biet der ja­pa­ni­schen Haupt­in­sel Hons­hu ge­dreht, das von der Tsu­na­mi-Ka­ta­stro­phe im März 2011 un­mit­tel­bar be­trof­fen war.

MA­SA­HI­RO KO­BA­YA­SHI: Ha­rus Rei­se • Ali­ve 2010, DVD, 129 Mi­nu­ten


THE MU­SIC NE­VER STOP­PED

Zwan­zig Jah­re hör­te Hen­ry (J. K. Sim­mons) nichts von sei­nem Sohn, bis ihn ein An­ruf aus dem Kran­ken­haus er­reicht: Ga­bri­el (Lou Tay­lor Puc­ci) ist an ei­nem Ge­hirn­tu­mor er­krankt, der so­fort ope­riert wer­den muss. Der Tu­mor ist zwar gut­ar­tig, doch sein Er­in­ne­rungs­ver­mö­gen ist stark ge­schä­digt. Es ist nicht leicht für Hen­ry, wie­der Kon­takt zu sei­nem ver­lo­re­nen Sohn her­zu­stel­len ... 

Der hat­te nach ei­nem hef­ti­gen Streit sein El­tern­haus ver­lassen, um sich En­de der 60er Jah­re der An­ti-Viet­nam-Be­we­gung an­zu­schlie­ßen und ver­ehr­te lie­ber Gra­te­ful Dead, die Beat­les oder Bob Dy­lan. Er wünscht sich die glück­li­chen Zei­ten zu­rück, als sie für die glei­che Mu­sik schwärm­ten. Doch mit al­len Mit­teln ver­sucht Hen­ry wie­der Zu­gang zu Ga­bri­el zu fin­den. Auf der Su­che nach ei­ner ef­fek­ti­ven The­ra­pie fin­det er ei­ne Mu­sik­the­ra­peu­tin (Ju­lia Or­mond), die er­kannt hat, dass ei­ne en­ge Ver­bin­dung zwi­schen Mu­sik und Ge­hirn be­steht – man muss nur die „rich­ti­ge“ Mu­sik fin­den, um noch in­tak­te Be­rei­che im Er­in­ne­rungs­ver­mö­gen zu ak­ti­vie­ren. Für Ga­bri­el ist es „All You Need is Love“ von den Beat­les. Ein Voll­tref­fer, der Ga­bri­el aus sei­ner Le­thar­gie rei­ßt und ihn zeit­wei­se fast nor­mal er­schei­nen lässt.  

Oli­ver Sacks, Er­for­scher neu­ro­lo­gi­scher Grenz­er­fah­rung, des­sen Buch Awa­ke­nings – Zeit des Er­wa­chens schon ein­mal als Vor­la­ge für ei­nen Spiel­film dien­te, ent­deck­te, dass Mu­sik ei­ne ge­nau­so star­ke Wir­kung ha­ben kann wie Me­di­ka­men­te, sei­ne Fall­stu­die „The Last Hip­pie“ ist eben­falls Grund­la­ge die­ser fas­zi­nie­ren­den Va­ter-Sohn-Be­zie­hung, die nicht die Schwe­re ei­nes Dra­mas ver­mit­telt, son­dern ein gro­ßar­ti­ger Film über die heil­sa­me Kraft der Mu­sik ge­wor­den ist. Man kann auch sin­gen: All you need is Mu­sic! Die Lie­be ei­nes Va­ters aus­ge­drückt in Mu­sik, die nicht da­mit en­det, dass er für ein aus­ver­kauf­tes Gra­te­ful-Dead-Kon­zert noch Kar­ten er­gat­tert.        Ada Rompf

JIM KOHL­BERG: The Mu­sic ne­ver stop­ped  USA 2011, 105 Mi­nu­ten, Start: 29. März 2012


UND WENN WIR AL­LE ZU­SAM­MEN­ZIE­HEN?

Es lässt sich nicht län­ger ver­drän­gen, ge­gen die Be­dro­hung der wach­sen­den Ab­hän­gig­keit im Al­ter wol­len die bei­den Paa­re An­nie und Jean, Jean­ne und Al­bert so­wie der ver­wit­we­te Sin­gle Clau­de end­lich was un­ter­neh­men. Zum Ent­set­zen ih­rer Kin­der grün­den die fünf Freun­de im Haus von An­nie (Ge­ral­di­ne Chap­lin) und Jean (Guy Be­dos) ei­ne Al­ten-WG. 

Zur Un­ter­stüt­zung im All­tag und als Hel­fer in al­len Le­bens­la­gen wird ein deut­scher Stu­dent (Da­ni­el Brühl) un­ver­zicht­ba­rer Be­stand­teil der il­lus­tren Ge­sell­schaft. Auch wenn das Mot­to der fünf re­bel­li­schen Se­nio­ren „nicht ins Heim und nicht al­lein“ lau­tet, schützt es doch nicht vor über­ra­schen­den Er­eig­nis­sen, klei­nen und mitt­le­ren Ka­ta­stro­phen, die viel Ge­duld und Im­pro­vi­sa­ti­on ver­lan­gen. Selbst exis­ten­zi­el­le Her­aus­for­de­run­gen müs­sen ge­meis­tert wer­den, Jean­ne (Ja­ne Fon­da) wird da­mit kon­fron­tiert, dass ih­re le­bens­be­droh­li­che Krank­heit nicht heil­bar ist. Sie be­hält die grau­sa­me Dia­gno­se für sich und be­rei­tet ins­ge­heim, eben­so prag­ma­tisch wie un­sen­ti­men­tal, ihr Be­gräb­nis vor. Denn wenn sich der Tod schon nicht ver­mei­den lässt, will sie we­nigs­tens ent­schei­den, wie sie be­stat­tet wird: un­ter ei­ner Gar­ten­lau­be mit Ro­sen und in ei­nem fröh­li­chen, pink­far­be­nen Sarg. 

Sté­pha­ne Ro­be­lin hat mit ei­nem En­sem­ble le­gen­dä­rer Schau­spie­ler ei­nen wun­der­bar warm­her­zi­gen Film ge­schaf­fen, nicht nur für äl­te­re Men­schen, denn schlie­ß­lich wird je­der mal alt und man­che Sehn­süch­te ha­ben nichts mit dem Al­ter zu tun … oder? Ada Rompf

STÉ­PHA­NE RO­BE­LIN: Und wenn wir al­le zu­sam­men­zie­hen • F/D 2011, 96 Mi­nu­ten, Film­start: 5. April 2012 


IM REICH DER RAUB­KAT­ZEN

Nach den Welt­er­fol­gen Un­se­re Er­de und Un­se­re Ozea­ne zeigt Dis­neyna­tu­re wie­der ein mit­rei­ßen­des Na­tur-Epos mit ei­ner wah­ren Ge­schich­te, die nicht mit fil­mi­schen Mit­teln be­schö­nigt wur­de

Die „Stars“ der Hand­lung le­ben in den Sa­van­nen der Ma­sai Ma­ra, in de­nen noch al­le drei afri­ka­ni­schen Raub­kat­zen le­ben: Lö­wen, Ge­par­den und Leo­par­den. Im Mit­tel­punkt ste­hen die Jung­lö­win Ma­ra, de­ren Mut­ter bei ei­nem Jagd­un­fall ver­letzt wur­de, so­wie Si­ta, ei­ne furcht­lo­se Ge­par­din mit ih­ren fünf Neu­ge­bo­re­nen, und der an­ge­schla­ge­ne Ru­del­füh­rer Fang, der sein Re­vier ge­gen ri­va­li­sie­ren­de Lö­wen und sei­nen Nach­wuchs ver­tei­di­gen muss.

Wie ge­sagt: We­der die Hand­lung noch die spek­ta­ku­lä­ren Bil­der sind ma­ni­pu­liert, al­les, was man sieht, ist hun­dert­pro­zen­tig echt. Für das pa­cken­de Na­tur­schau­spiel ha­ben die er­fah­re­nen Do­ku­men­tar­fil­mer über zwei Jah­re mit den ma­jes­tä­ti­schen Raub­kat­zen ver­bracht; in­mit­ten ei­ner pa­ra­die­si­schen Land­schaft, in der „man sich fühlt, wie am An­fang der Schöp­fung“.  Ada Rompf 

ALAS­TA­IR FO­THER­GILL / KEITH SCHO­LEY:
 Im Reich der Raub­kat­zen • USA 2011, 89 Mi­nu­ten, Film­start: 19. April 2012

SLOW SEX

In ei­ner durch­se­xua­li­sier­ten Ge­sell­schaft, ge­prägt von Mar­ke­tings­lo­gans, ist Per­for­mance al­les. Ge­mes­sen an den stets prä­sen­ten Ide­al­bil­dern kann die Rea­li­tät nur ent­täu­schen. Das be­schleu­nig­te Le­bens­tem­po, die über­all sicht­ba­re In­sze­nie­rung von Ero­tik, un­ein­lös­ba­re Per­fek­ti­ons­an­sprü­che ma­chen auch aus Sex, Zwei­sam­keit und Lie­be ei­nen Wett­be­werb. 


Dia­na Ri­chard­son, Au­to­rin der Best­sel­ler Zeit für Lie­be (In­nen­welt 2004) und Zeit für Weib­lich­keit (In­nen­welt 2010) emp­fiehlt für ein glück­li­ches, er­fül­len­des Se­xu­al­le­ben die Ver­lang­sa­mung – das Raus­neh­men des Tem­pos. In ih­ren Bü­chern und Se­mi­na­ren ver­mit­telt sie Frau­en und Män­nern ein Ver­ständ­nis von im All­tag po­si­tiv ge­leb­ter Se­xua­li­tät als Al­ter­na­ti­ve zu über­has­te­ter, ent­in­di­vi­dua­li­sier­ter, me­cha­ni­scher Imi­ta­ti­on von Ero­tik und Lie­be. Der In­di­vi­dua­li­tät im Sex, der un­in­sze­nier­ten Ero­tik und der zwang­lo­sen, nicht vom Wett­be­werb über­frach­te­ten Zwei­sam­keit ist die auf Dia­na Ri­chard­sons er­folg­rei­chen Se­mi­na­ren und Bü­chern ba­sie­ren­de DVD Slow Sex ge­wid­met, auf der die An­sät­ze und Theo­ri­en ih­rer Me­tho­dik kom­pakt und zu­gäng­lich dar­ge­stellt wer­den. Dia­na Ri­chard­son prak­ti­ziert in al­ler Of­fen­heit se­xu­el­le Em­pa­thie, be­tont die Na­tür­lich­keit und Sub­stanz von se­xu­el­lem Han­deln und gibt weib­li­chen In­ter­es­sen und Be­dürf­nis­sen ge­büh­ren­den Raum.

DIA­NA RI­CHARD­SON: Slow Sex • In­nen­welt Ver­lag 2012, DVD, 80 Mi­nu­ten

Fo­to: (c) re­laxLove Pro­duc­tions

VER­LO­SUNG: Ge­win­nen Sie ei­ne von drei DVDs Slow Sex von Dia­na Ri­chard­son. Ein­fach E-Mail schi­cken an re­dak­ti­on@kgs-ham­burg.de oder Post­kar­te an KGS Ham­burg, Re­dak­ti­on, Born­stra­ße 4, 20146 Ham­burg. Ein­sen­de­schluss: 10. April 2012. Stich­wort: Slow Sex.

DIE HÖH­LE DER VER­GES­SE­NEN TRÄU­ME

Der Re­gis­seur Wer­ner Her­zog ist für sei­ne uni­ver­sel­le Su­che nach Spi­ri­tua­li­tät und dem Ur­sprung des mensch­li­chen Seins be­kannt, die sich wie ein ro­ter Fa­den durch sein Oeu­vre zieht. 

Kürz­lich ist dem Fil­me­ma­cher ein spek­ta­ku­lä­rer Coup ge­lun­gen: Er durf­te mit ei­ner ex­klu­si­ven Dreh­ge­neh­mi­gung Zu­tritt zu ei­ner wis­sen­schaft­li­chen Sen­sa­ti­on neh­men – den 1994 im Ar­dèche-Tal ent­deck­ten Chau­vet-Höh­len, die über 400 Wand­bil­der ent­hal­ten, teils bis zu 32.000 Jah­re alt. Ein Fels­ein­sturz hat den Ein­gang zu den Höh­len vor mehr als 20.000 Jah­ren ver­sie­gelt und ein Wun­der der Kon­ser­vie­rung er­mög­licht. Die Höh­len­ma­le­rei­en und -zeich­nun­gen in der Ar­dèche-Pro­vinz gel­ten als die bis­her frü­hes­ten Fun­de von vor­zeit­li­cher Kunst und wer­den seit der Ent­de­ckung un­ter Ver­schluss ge­hal­ten. Schon die kleins­te Ver­än­de­rung der Luft­feuch­tig­keit durch mensch­li­chen Atem kann ver­hee­ren­de Fol­gen für die prä­his­to­ri­schen Kunst­wer­ke ha­ben und sie zer­stö­ren. Ne­ben ei­nem Team von Wis­sen­schaft­lern durf­te Her­zog un­ter strengs­ten Auf­la­gen für kur­ze Zeit im Früh­jahr 2010 in den Chau­vet-Höh­len fil­men. Der Re­gis­seur be­gnügt sich nicht da­mit, die Ent­de­ckun­gen ein­fach auf­zu­zeich­nen, er sucht und fin­det Spi­ri­tua­li­tät in den be­trach­te­ten Wer­ken, die er die Träu­me der Men­schen der da­ma­li­gen Zeit nennt. Wer­ner Her­zog rea­li­sier­te die­sen Film in 3D und lie­fert ein ar­che­ty­pi­sches Werk vol­ler Kraft und Ma­gie ab. Ei­ne in­ten­si­ve Se­her­fah­rung, un­ter­malt von sa­kra­len Klän­gen.

WER­NER HER­ZOG: Die Höh­le der ver­ges­se­nen Träu­me • As­cot Eli­te Ho­me En­ter­tain­ment 2011, DVD/Blu-ray, 90 Mi­nu­ten

BRO­KEN SI­LENCE

Der Kar­täu­ser­mönch Fried (Mar­tin Hu­ber) ist mit ei­ner au­ßer­ge­wöhn­li­chen Auf­ga­be be­treut – da­für muss er nach 25 Jah­ren so­gar sein Schwei­gen bre­chen: Sein Abt sen­det ihn ins fer­ne In­do­ne­si­en, um den Pacht­ver­trag für das Schwei­zer Klos­ter zu ver­län­gern.

Die Flug­rei­se wird für Fried zum Mar­ty­ri­um und weit vor sei­nem Ziel steigt er in In­di­en aus. Er­schwe­rend ist auch sei­ne Un­kennt­nis in welt­li­chen Din­gen und zu al­lem Über­fluss wird ihm das Porte­mon­naie ge­stoh­len. So nimmt er das An­ge­bot von sei­ner Sitz­nach­ba­rin im Flug­zeug an, mit ihr auf dem Land­weg wei­ter­zu­rei­sen. As­hae­la (Amee­nah Ka­plan), ei­ne afro­ame­ri­ka­ni­sche Schlag­zeu­ge­rin aus New York, und Fried, nach Jah­ren des Schwei­gens und der Me­di­ta­ti­on hin­aus­ge­wor­fen in ei­ne Welt jen­seits der Stil­le, – un­ter­schied­li­cher kön­nen zwei Men­schen kaum sein. Und doch ent­steht zwi­schen dem un­glei­chen Paar ei­ne Art See­len­ver­wandt­schaft auf ih­rer Odys­see durch In­di­en. Viel­leicht hat es auch das Schick­sal be­stimmt, dass Fried sämt­li­che Or­dens­re­geln über Bord wirft, um der ster­bens­kran­ken As­hae­la den letz­ten Wunsch zu er­füll­ten: ihr den Über­gang vom Pal­men­strand am Meer ins Pa­ra­dies zu er­mög­li­chen.

Mit mi­ni­ma­ler Aus­rüs­tung ist dem Mün­che­ner Re­gis­seur ein gro­ßer Pu­bli­kums­er­folg ge­lun­gen mit sei­nen bei­den Dar­stel­lern auf der Rei­se zu sich selbst, ein poe­ti­sches Road­mo­vie, das al­le kul­tu­rel­len und re­li­giö­sen Dif­fe­ren­zen spie­lend über­schrei­tet. Der 1996 ent­stan­de­ne Film wird jetzt neu auf DVD ver­öf­fent­lich.          Ada Rompf

WOLF­GANG PAN­ZER: Bro­ken Si­lenceAli­ve 2012, DVD, 106 Mi­nu­ten plus In­ter­view mit dem Re­gis­seur

VER­LO­SUNG: Ge­win­nen Sie ei­ne von drei DVDs Bro­ken Si­lence. Ein­fach E-Mail schi­cken an re­dak­ti­on@kgs-ham­burg.de oder Post­kar­te an KGS Ham­burg, Re­dak­ti­on, Born­stra­ße 4, 20146 Ham­burg. Ein­sen­de­schluss: 10. April 2012. Stich­wort: Bro­ken Si­lence.

THE BEST EXO­TIC MA­RI­GOLD HO­TEL

Die klei­ne Grup­pe bri­ti­scher Pen­sio­nä­re ha­ben al­le un­ter­schied­li­che Mo­ti­ve, Old Eng­land zu ver­las­sen, aber ein ge­mein­sa­mes Ziel: den Le­bens­abend im fer­nen In­di­en zu ver­brin­gen und aus der nicht so üp­pi­gen Ren­te et­was mehr zu ma­chen. 

Lei­der ent­puppt sich das an­ge­prie­se­ne Lu­xus­ho­tel als ma­ro­de Vil­la, die schon die bes­ten Zei­ten hin­ter sich hat. Am liebs­ten wür­den ei­ni­ge von ih­nen gleich bei der An­kunft schon wie­der ab­rei­sen, doch das Bud­get ist knapp und der jun­ge Ho­tel­be­sit­zer Dev Pa­tel (Slum­dog Mil­lio­när) braucht drin­gend Gäs­te, um das Ho­tel aus der Kri­se zu­rück zu al­tem Ruhm zu füh­ren. Es soll so wun­der­voll wer­den, dass die al­ten Leu­te „sich wei­gern zu ster­ben“. Die Schön­heit In­di­ens und die Kul­tur in der bun­ten Viel­falt mit den Im­pro­vi­sa­tio­nen des täg­li­chen Le­bens ent­fal­tet sich in ih­rer gan­zen Ma­gie auf die Rei­sen­den – bei je­dem der Sie­ben auf sei­ne ganz ei­ge­ne Art.

Die gro­ßar­ti­gen Schau­spie­ler ver­sprü­hen ei­ne an­ste­cken­de En­er­gie, die förm­lich die Lein­wand sprengt. Der Film von John Ma­d­den (Shake­speare in Love) ist ein High­light die­ses Früh­jahrs und gut ge­eig­net, ein we­nig in­di­sche Le­bens­kunst mit auf den Weg zu neh­men: das Le­ben nicht als Recht, son­dern als Pri­vi­leg zu se­hen.      Ada Rompf

JOHN MA­D­DEN: The Best Exo­tic Ma­ri­gold Ho­tel • UK, 124 Mi­nu­ten, Film­start: 15. März 2012; Dar­stel­ler: Ju­di Dench, Mag­gie Smith, Bill Nig­hy, Tom Wil­kin­son u. v. a.


OUT OF THE DARKNESS – DER WEG INS LICHT

Dr. San­duk Ruit ist ein ne­pa­le­si­scher Au­gen­chir­urg, der mit sei­ner spe­zi­el­len Ope­ra­ti­ons­me­tho­de über hun­dert­tau­send Pa­ti­en­ten mit Grau­em Star schnell und wirk­sam ge­heilt hat. 1986 ent­wi­ckel­te er mit Fred Hol­lows, sei­nem aus­tra­li­schen Men­tor, ei­nen et­wa fünf­mi­nü­ti­gen Ein­griff, der es den Pa­ti­en­ten er­mög­licht, nach ei­nem klei­nen Schnitt und ei­nem Lin­sen­im­plan­tat wie­der zu se­hen. 

Im März 2010 reist Dr. Ruit mit sei­nem ame­ri­ka­ni­schen Kol­le­gen Dr. Ge­off Ta­bin in das Hi­ma­la­ja-Dorf sei­ner Kind­heit. Die be­schwer­li­che Rei­se mit ei­ner kom­plet­ten Kran­ken­haus-Aus­rüs­tung auf dem Rü­cken do­ku­men­tie­ren der Fil­me­ma­cher Ste­fa­no Le­vi und sein Team, von Kath­man­du durch das Hoch­land des Hi­ma­la­ja. Die Schön­heit der Berg­land­schaft lässt fast ver­ges­sen, wie be­schwer­lich die Rei­se für al­le Be­tei­lig­ten ist. Doch das Ziel der Ex­pe­di­ti­on, er­blin­de­te Men­schen von völ­li­ger Hilf­lo­sig­keit zu ei­nem selbst­be­stimm­ten Le­ben zu­rück­zu­füh­ren, treibt al­le an. Der Film zeigt nicht nur die Rei­se und Ar­beit des me­di­zi­ni­schen Teams, son­dern vor al­lem die gro­ße Trag­wei­te der Er­blin­dung für die Land­be­völ­ke­rung und ihr gro­ßes Glück nach der Ope­ra­ti­on: Es ist sehr be­we­gend mit­zu­er­le­ben, wenn ei­ne Mut­ter zum ers­ten Mal nach sie­ben Jah­ren ih­re Toch­ter sieht – ei­ner von vie­len be­rüh­ren­den Mo­men­ten.

Ste­fa­no Le­vi ist frei­schaf­fen­der Fil­me­ma­cher, der ein tief grei­fen­des In­ter­es­se an in­ter­na­tio­na­len Ent­wick­lungs­pro­jek­ten hat, die ih­re Zeit und En­er­gie dar­auf ver­wen­den, die Welt po­si­tiv zu ver­än­dern. 

Am 19. März um 20 Uhr ist er mit dem Pro­du­zen­ten Wer­ner Kub­ny zu Gast im Aba­ton.          Ada Rompf

(Fo­to: Hu­man Touch Pic­tu­res)

STE­FA­NO LE­VI: Out of the Darkness – Der Weg ins Licht • D 2011, 79 Mi­nu­ten, OmU, Film­start: 29. März 2012 

MEN­SCHEN, TRÄU­ME, TA­TEN

Auf der Su­che nach ei­nem zu­kunfts­ori­en­tier­ten Ge­sell­schafts­ent­wurf stieß Fil­me­ma­cher An­di Stigl­mayr in der Alt­mark – 150 Ki­lo­me­ter west­lich von Ber­lin – auf die vor zehn Jah­ren ge­grün­de­te Mo­dell­sied­lung „Sie­ben Lin­den“. 

120 Men­schen ha­ben sich zu un­ter­schied­li­chen Nach­bar­schaf­ten zu­sam­men­ge­fun­den und ver­su­chen dort die ver­schie­de­nen Be­rei­che des Le­bens – wie Ar­beit, Frei­zeit, Kom­mu­ni­ka­ti­on, Hei­lung, Bil­dung, Öko­no­mie, Öko­lo­gie und Kul­tur – mit­ein­an­der zu ver­bin­den. Ge­ra­de was bei­spiels­wei­se Kom­mu­ni­ka­ti­on, Kin­der­er­zie­hung, Macht und das Ver­hält­nis zwi­schen Mann und Frau an­be­langt, wird deut­lich, dass sich in die­sem Mi­kro­kos­mos die Pro­ble­me der mo­der­nen Ge­sell­schaft auf an­schau­li­che Wei­se wi­der­spie­geln. Ein­fühl­sam, aber nicht be­schö­ni­gend, er­zählt der Film an­hand des All­tags und der Ge­dan­ken zwei­er Mit­grün­der des Dor­fes von den Her­aus­for­de­run­gen des Ge­mein­schafts­le­bens mit sei­nen per­sön­li­chen, ethi­schen und öko­lo­gi­schen An­sprü­chen so­wie von Zwie­späl­ten, Er­fol­gen, Ver­ir­run­gen und den täg­li­chen Be­geg­nun­gen von Men­schen, die ei­nen an­de­ren Weg ge­hen als den üb­li­chen.

Nach dem bun­des­weit er­folg­rei­chen Ki­no­film Der baye­ri­sche Re­bell über den ei­gen­wil­li­gen Lie­der­ma­cher Hans Söll­ner stellt Stigl­mayr nun ein Pro­jekt vor, in dem die Sehn­süch­te ein­zel­ner Men­schen prak­ti­ka­ble, nach­hal­ti­ge Lö­sun­gen für ein ge­lun­ge­nes Le­bens­mo­dell her­vor­brin­gen.            P.K.

AN­DI STIGL­MAYR: Men­schen, Träu­me, Ta­ten • Film­sor­ti­ment 2011, DVD, 88 Mi­nu­ten und 120 Mi­nu­ten Bo­nus­ma­te­ri­al


GOT­TES MO­DER­NE BOT­SCHAF­TEN

Nea­le Do­nald Walsch ist Au­tor der welt­be­rühm­ten Tri­lo­gie Ge­sprä­che mit Gott (Ar­ka­na 2009). Sein Dia­log mit Gott be­steht aus neu­gie­ri­gen mensch­li­chen Fra­gen und den lie­be­vol­len, wei­sen gött­li­chen Ant­wor­ten. 

Auf die­ser DVD spricht Nea­le Do­nald Walsch of­fen­her­zig über sei­ne be­we­gen­de Le­bens­ge­schich­te. Nach ei­nem schwe­ren Un­fall ver­lor er al­les, was sei­ne bis­he­ri­ge Iden­ti­tät aus­mach­te, er lan­de­te ganz tief un­ten, als Ob­dach­lo­ser. Mit ver­bis­se­ner Ent­schlos­sen­heit er­kämpf­te sich Walsch ei­nen Weg aus dem Ab­grund her­aus, zu­rück zum „nor­ma­len“ Le­ben. Da­mit aber auch zu­rück zu den The­men, die ihn schon im­mer be­glei­te­ten – und die uns al­len zu schaf­fen ma­chen: Be­zie­hun­gen, Geld, Ge­sund­heit, Sor­ge um die Zu­kunft. An ei­nem Tief­punkt mit­ten in ei­ner be­son­ders düs­te­ren Nacht schnapp­te sich Walsch ei­nen Schreib­block und ver­fass­te ei­nen wü­ten­den Brief an Gott. Gott ant­wor­te­te ihm und Walsch no­tier­te je­des sei­ner Wor­te ...

NEA­LE DO­NALD WALSCH: Got­tes mo­derns­ter Bot­schaf­ter • Tao Ci­ne­ma­thek 2012, DVD, 45 Mi­nu­ten plus 60 Mi­nu­ten Bo­nus­ma­te­ri­al


THRI­VE

Fos­ter Gam­ble stammt aus der be­kann­ten Fa­mi­li­en­dy­nas­tie Proc­ter & Gam­ble und in­ves­tier­te ge­mein­sam mit sei­ner Frau Kim­ber­ly Car­ter Gam­ble Mil­lio­nen in die­sen auf­rüt­teln­den Do­ku­men­tar­film, der mit der Fra­ge be­ti­telt ist, was in al­ler Welt es brau­chen wird, da­mit die Mensch­heit ge­dei­hen kann. 

Ge­mäß der Ma­xi­me des in­ves­ti­ga­ti­ven Jour­na­lis­mus „Wenn du wis­sen willst, was wirk­lich vor sich geht, fol­ge dem Weg des Gel­des“ stellt er die zen­tra­le The­se auf, dass um­welt­freund­li­che freie En­er­gie heu­te für al­le ver­füg­bar wä­re, wenn sie nicht ge­walt­sam von der In­dus­trie un­ter­drückt wür­de. Der Aus­blick auf um­setz­ba­re, po­si­ti­ve Lö­sungs­an­sät­ze lässt die Krass­heit ei­ni­ger The­men in Auf­bruchs­stim­mung um­schla­gen. Be­son­ders in­spi­rie­rend dürf­ten die Er­geb­nis­se der zwan­zig­jäh­ri­gen evo­lu­ti­ons­ge­schicht­li­chen For­schung von Nas­sim Ha­ra­mein sein. Thri­ve ist auch im In­ter­net zu se­hen. Das Tou­lou­se In­sti­tut zeigt den Film am 21. und 29. März je­weils um 20 Uhr kos­ten­los – die Ge­le­gen­heit, ihn als Aus­gangs­punkt für grund­le­gen­de Ver­än­de­run­gen zu nut­zen und mit Men­schen zu­sam­men­zu­tref­fen, die eben­falls noch selbst den­ken.

FOS­TER GAM­BLE: Thri­ve – What on earth will it ta­ke • Cle­ar Com­pass Me­dia 2011, DVD/Blu-ray­Disc, 132 Mi­nu­ten, www.thri­vemo­ve­ment.com


MY REIN­CAR­NA­TI­ON

Es ist die In­si­der-Sto­ry von Chö­e­gy­al Namkhai Nor­bu – ei­ner der letz­ten gro­ßen Rin­po­ches Ti­bets. Er war schon bei der Ge­burt als ver­wirk­lich­ter Meis­ter er­kannt wor­den, als er sich wil­lent­lich, zum Woh­le al­ler We­sen in­kar­nier­te. Sein in Ita­li­en ge­bo­re­ner Sohn Yes­he wei­gert sich hart­nä­ckig, in die Fuß­stap­fen sei­nes Va­ters zu tre­ten. 

Als gro­ßer Ken­ner der ti­be­ti­schen Kul­tur und als be­deu­ten­der spi­ri­tu­el­ler Leh­rer folgt Chö­e­gy­al Namkhai Nor­bu der Ein­la­dung des Pro­fes­sors Tuc­ci vom IS­MEO-In­sti­tut und lässt sich 1959 in Ita­li­en nie­der, wo er hei­ra­tet und Va­ter von zwei Söh­nen wird. Es zeigt sich, dass Yes­he, der Erst­ge­bo­re­ne, die Re­inkar­na­ti­on von Rin­po­ches On­kel ist, der als be­kann­ter Dzog­chen-Meis­ter in Ti­bet leb­te. Yes­he will aber kein Leh­rer sein, oder in das Klos­ter des On­kels zu­rück­keh­ren, wo die Mön­che seit sei­ner Ge­burt auf ihn war­ten. Er möch­te ganz nor­mal le­ben, weit weg von er­ge­be­nen Schü­lern. 
Über 20 Jah­re hat Jen­ni­fer Fox den ti­be­ti­schen Meis­ter und sei­nen im Wes­ten auf­ge­wach­sen Sohn be­glei­tet. Da­bei ist ein viel­schich­ti­ges, sehr per­sön­li­ches Por­trät zwei­er Men­schen ent­stan­den, die mit­ein­an­der dar­um rin­gen, per­sön­li­che Frei­hei­ten oder die spi­ri­tu­el­len Tra­di­tio­nen fort­zu­füh­ren, für die man ge­bo­ren wur­de, bis der Kreis sich schlie­ßt.    
Ada Rompf

JEN­NI­FER FOX: My Rein­car­na­ti­on • I/D/GB/NL/USA, 102 Mi­nu­ten, Film­start:  2. Fe­bru­ar 2012

YO­KO

Wie das wu­sche­li­ge Fa­bel­we­sen Yo­ko aus dem Hi­ma­la­ja in den Wes­ten kam – ge­nau ge­nom­men in das som­mer­li­che Deutsch­land, er­zählt die­ser Film nach dem be­lieb­ten Kin­der­buch von Knis­ter, Yo­ko – Mein ganz be­son­de­rer Freund

Nach dem Tod ih­res Pa­pas zieht sich Pia (Ja­mie Blick) am liebs­ten in ihr Baum­haus zu­rück. Ei­nes Ta­ges be­kommt sie ei­nen rie­si­gen Schreck, als sie ein zot­te­li­ges We­sen da­bei er­tappt, ihr schö­nes Baum­haus durch­ein­an­der­zu­brin­gen. Da­bei ist der merk­wür­di­ge Be­su­cher nur auf der Su­che nach Trink­ba­rem und ei­gent­lich ganz harm­los, wenn er sich nicht ge­ra­de un­sicht­bar macht, sich in der Kühl­tru­he ver­steckt oder sons­ti­gen Scha­ber­nack treibt. Pia möch­te das Ge­heim­nis von ih­rem neu­en Freund vor ih­rer Mut­ter (Jes­si­ca Schwarz) und ih­rer klei­nen Schwes­ter un­be­dingt für sich be­hal­ten und ihn be­schüt­zen. Denn ein Groß­wild­jä­ger (To­bi­as Mo­ret­ti) will den Ye­ti an ei­nen Samm­ler exo­ti­scher Tie­re ver­kau­fen.  
„Zu­fäl­lig“ er­fährt der ti­be­ti­sche La­ma aus dem fer­nen Hi­ma­la­ja den Ort, wo­hin der klei­ne Ye­ti ver­schleppt wur­de, und macht sich mit sei­nen Mön­chen auf den Weg, um Yo­ko wie­der nach Hau­se zu ho­len. Der Ab­schieds­schmerz von Pia ist groß, aber die Freund­schaft mit Yo­ko hat ihr Le­ben für im­mer ver­än­dert. 
Oh­ne Al­ters­be­schrän­kung von 0 bis 99, für al­le Men­schen, die mit Yo­ko Kon­takt auf­neh­men wol­len.    Ada Rompf
(Fo­to: Sony Pic­tu­re Re­lea­ses)

FRAN­ZIS­KA BUCH: Yo­ko • D/A/S, 102 Mi­nu­ten, Film­start: 16. Fe­bru­ar 2012

A LIFE CON­NEC­TED

Die Fil­me­ma­cher von „A Life Con­nec­ted wol­len für die pos­ti­ven Ef­fek­te ei­ner ve­ga­nen Er­näh­rung sen­si­bi­li­sie­ren.

Pflanz­li­che Er­näh­rung hat un­über­seh­ba­re Vor­tei­le: Sie kann mit we­sent­lich we­ni­ger En­er­gie­auf­wand her­ge­stellt wer­den als fleisch­li­che, schützt Tie­re vor in­dus­tri­el­ler Aus­beu­tung und vie­le Men­schen ha­ben ih­re Wir­kung auf den ei­ge­nen Kör­per schon als äu­ßerst po­si­tiv er­fah­ren. Ve­ga­nes Es­sen kann au­ßer­dem un­glaub­lich le­cker sein. Ein en­ga­gier­tes Team von Fil­me­ma­chern, die L.O.V.E. Pro­duc­tions, ha­ben ei­nen zwölf­mi­nü­ti­gen Film zu die­sem The­ma pro­du­ziert, den auch Rue­di­ger Dah­l­ke, der mit Peace­food ge­ra­de ein Buch über ve­ga­ne Er­näh­rung ver­öf­fent­lich hat, voll un­ter­stützt. In 15 Spra­chen kann man sich die DVD an­se­hen, die zu­dem auch aus­führ­li­ches Bo­nus­ma­te­ri­al wie ein 40-mi­nü­ti­ges In­ter­view über die Vor­tei­le des Ve­ga­nis­mus ent­hält. Ver­brei­tet wird die DVD kos­ten­los – un­ter an­de­rem bei der Buch­hand­lung Wra­ge – oder ge­gen ei­ne sehr ge­rin­ge Schutz­ge­bühr. Es ist von den In­itia­to­ren aus­drück­lich er­wünscht, dass das The­ma so viel Auf­merk­sam­keit wie mög­lich be­kommt. 

A Life Con­nec­ted • Love Pro­duc­tions 2011, CD, ca. 12 Mi­nu­ten plus Bo­nus­ma­te­ri­al, kos­ten­los un­ter an­de­rem bei der Buch­hand­lung Wra­ge 

PAU­LO CO­EL­HO – MEIN LE­BEN

Ein Por­trät des cha­ris­ma­ti­schen und gleich­zei­tig be­schei­de­nen Schrift­stel­lers in ganz ver­schie­de­nen Si­tua­tio­nen sei­nes Le­bens. 

Der Film zeigt Pau­lo Co­el­ho als um­ju­bel­ten Welt­star auf dem Ro­ten Tep­pich bei den Film­fest­spie­len in Can­nes, im Dia­log mit sei­nen Fans und bei ei­ner Si­gnier­stun­de in ei­nem Gen­fer Buch­la­den, die sich we­gen des gro­ßen An­drangs über Stun­den hin­zieht. Er zeigt aber auch die nach­denk­li­chen Sei­ten des Bra­si­lia­ners, et­wa in San­tia­go de Com­pos­te­la, wo Pau­lo Co­el­ho in­fol­ge sei­ner Pil­ger­rei­se sei­nen Traum, Schrift­stel­ler zu wer­den, ver­wirk­lich­te. Wir be­glei­ten ihn bei ei­nem sei­ner täg­li­chen Spa­zier­gän­ge mit sei­ner Frau, der Ma­le­rin Chris­ti­na Oi­ti­cia – und beim Bo­gen­schie­ßen auf der Dach­ter­ras­se sei­ner Gen­fer Woh­nung: „Da gibt es die­sen Mo­ment, in dem du ab­so­lut im Zen­trum dei­ner selbst bist. Du fühlst die Schön­heit der An­span­nung – und im nächs­ten Bruch­teil ei­ner Se­kun­de – die ab­so­lu­te Ent­span­nung. In die­sem Au­gen­blick siehst du die gan­ze Voll­kom­men­heit des Uni­ver­sums vor dir, du ver­weilst in die­sem Zu­stand, hast kei­ne Fra­gen, kei­ne Ant­wor­ten – in die­sem Mo­ment spürst du die gan­ze Kraft des Le­bens in dir.“         P.K.
 
DO­RO­THEE BIN­DING, BE­NE­DICT MI­ROW: Pau­lo Co­el­ho – mein Le­ben • Night­frog/Night­ber­ry/BR/ar­te 2011, DVD, 43 Mi­nu­ten und 20 Mi­nu­ten Bo­nus­ma­te­ri­al

CAI­RO TI­ME

Es ist ei­ne Lie­bes­er­klä­rung an Kai­ro – le­ben­di­ge Ku­lis­se für ei­ne Ro­man­ze, die sich zart ent­fal­tet.

Die er­folg­rei­che, viel be­schäf­tig­te ame­ri­ka­ni­sche Mo­de­jour­na­lis­tin Ju­li­et­te (Pa­tri­cia Clark­son) nimmt sich ein paar Wo­chen frei, um sich mit ih­rem Mann Mark, ei­nem UNO-Mit­ar­bei­ter, in Kai­ro zu tref­fen. Da ihr Mann im Ga­za-Strei­fen auf­ge­hal­ten wird, wird sie von sei­nem ehe­ma­li­gen Mit­ar­bei­ter, dem ägyp­ti­schen Kaf­fee­haus­be­sit­zer Ta­req (Alex­an­der Sid­dig), vom Flug­ha­fen ab­ge­holt. Um die Zeit bis zur An­kunft ih­res Man­nes zu nut­zen, durch­streift sie auf ei­ge­ne Faust die Me­tro­po­le. Ihr selbst­be­wuss­tes Auf­tre­ten, ver­bun­den mit ei­ner ge­wis­sen Un­be­darft­heit, scheint ei­ni­ge Män­ner zu pro­vo­zie­ren. Um sie vor Zu­dring­lich­kei­ten zu schüt­zen, wird Ta­req im­mer häu­fi­ger ihr Be­glei­ter. Wäh­rend er zu Be­ginn le­dig­lich ihr Be­schüt­zer ist, wer­den die Aus­flü­ge bald eher Vor­wand, um Zeit mit dem char­man­ten Ägyp­ter ver­brin­gen zu kön­nen. Kai­ro spielt qua­si die drit­te Haupt­rol­le in die­ser sich ent­wi­ckeln­den Lie­bes­ge­schich­te ...
Die ka­na­disch-sy­ri­sche Re­gis­seu­rin Ru­ba Nad­da zeigt in ih­rer hyp­no­ti­schen Lie­bes­er­klä­rung an Kai­ro die ägyp­ti­sche Me­tro­po­le als flir­ren­den Ort vol­ler Le­ben. Auch wenn ein­zel­ne kul­tu­rel­len Schwie­rig­kei­ten lei­se an­klin­gen, geht es ihr in ih­rem zwei­ten Film nach Sa­bah vor al­lem um ein hoch­at­mo­sphä­ri­sches Por­trät von Kul­tur und Men­schen und ei­ne fra­gi­le Ro­man­ze, die von der hin­rei­ßen­den Pia­no­mu­sik so­wie den bei­den her­aus­ra­gen­den Dar­stel­lern Pa­tri­cia Clark­son und Alex­an­der Sid­dig ge­tra­gen wird.

RU­BA NAD­DA: Cai­ro Ti­me • Al­a­mo­de Film­dis­tri­bu­ti­on 2012, DVD, 88 Mi­nu­ten

LAST TRI­MA­TE

Be­ein­dru­cken­de Bil­der zei­gen die letz­ten le­ben­den Orang-Utans und das En­ga­ge­ment der Wis­sen­schaft­le­rin und Um­welt­ak­ti­vis­tin Dr. Bi­ru­té Gal­di­kas.

Ja­ne Goo­dall ging in den Sech­zi­gern zu Stu­di­en­zwe­cken zu den Schim­pan­sen nach Afri­ka. Dia­ne Fos­sey be­ob­ach­te­te die Go­ril­las in Ru­an­da – ihr Le­ben wur­de spä­ter mit Si­gour­ney Wea­ver ver­filmt. Und Dr. Bi­ru­té Gal­di­kas ver­schrieb sich der For­schung der Orang-Utans auf Bor­neo. Sie ist die letz­te Gran­de Da­me der Pri­ma­ten­for­schung, die noch im Ur­wald bei ih­ren Schütz­lin­gen weilt. Die im Ori­gi­nal von Mel Gib­son ge­spro­che­ne und mit­pro­du­zier­te Do­ku­men­ta­ti­on be­glei­tet die in­zwi­schen er­grau­te Da­me in ih­rem All­tag, zeigt sie bei der Ret­tung von Jung­tie­ren und do­ku­men­tiert ih­ren un­er­müd­li­chen Kampf im Orang-Utan-Camp. Die see­len­vol­len Tie­re sind mitt­ler­wei­le fast aus­ge­stor­ben, ihr Le­bens­raum schrumpft von Tag zu Tag. Die­ser Film be­sticht durch sei­ne ein­zig­ar­ti­gen Bil­der der letz­ten le­ben­den Orang-Utans und ist ei­ne Hom­mage an die en­ga­gier­te Wis­sen­schaft­le­rin und Um­welt­ak­ti­vis­tin Dr. Bi­ru­té Gal­di­kas.    P.K.

STE­PHEN VAN MIL, PRIA VIS­WA­LING­AM: Last Tri­ma­te • KSM GmbH 2012, DVD, 52 Mi­nu­ten

DER AT­MEN­DE GOTT

In Deutsch­land prak­ti­zie­ren et­wa drei Mil­lio­nen Men­schen Yo­ga. 80 Pro­zent da­von sind Frau­en. Jan Schmidt-Gar­re, Opern- und Tanz­film-Re­gis­seur, hat sei­ne Frau aus rei­ner Neu­gier zu ih­rem Yo­ga­trai­ning be­glei­tet, er­leb­te aber schon nach kur­zer Zeit ei­ne so „ex­plo­si­ve spi­ri­tu­el­le Er­fah­rung“, dass er kurz ent­schlos­sen mit der Ka­me­ra nach In­di­en reis­te, um die Ur­sprün­ge die­ser jahr­tau­sen­de­al­ten Pra­xis zu er­grün­den.

Jan Schmidt-Gar­re hat sich von sei­ner ganz per­sön­li­chen Er­fah­rung da­zu in­spi­rie­ren las­sen, die­sen Film über den Ur­sprung des mo­der­nen Yo­ga zu ma­chen. Oh­ne per­fekt zu sein in den kör­per­li­chen Yo­ga-Übun­gen, spür­te er schon sehr bald ei­ne tie­fe Ver­bin­dung von Kör­per und Geist, die für ihn un­wi­der­steh­lich wur­de. Sei­ner per­sön­li­chen Neu­gier fol­gend, reist er nach In­di­en und hat das Glück, die wich­tigs­ten Schü­ler Krish­na­macha­ryas (1888 – 1989), des Ur­va­ters des mo­der­nen Yo­ga, ken­nen­zu­ler­nen, die selbst hoch­be­tagt noch Yo­ga un­ter­rich­ten. Die per­sön­li­che Er­kun­dungs­rei­se ist ein sel­te­nes Zeit­do­ku­ment, das die Meis­ter des mo­der­nen Yo­ga vor der Ka­me­ra ver­eint. Es sind noch nie ge­zeig­te his­to­ri­sche Auf­nah­men des Yo­ga-Ur­va­ters Krish­na­macha­rya, sei­nes Schü­lers Pat­t­ab­hi Jois so­wie des le­gen­dä­ren Iy­en­gar, der be­reits Ye­hu­di Men­u­hin in die Leh­ren des Yo­ga ein­wies. Bei all­dem folgt der Re­gis­seur kon­se­quent sei­nen Fra­gen: Was ist Yo­ga? Was ge­schieht, wenn man Yo­ga macht? Ist es ein Ri­tus, ei­ne Re­li­gi­on? Was er fin­det, ist der Zau­ber ei­ner All­tags­pra­xis in ei­nem un­ge­wöhn­lich nor­ma­len In­di­en, des­sen mys­ti­sche Ver­klä­rung uns hier­zu­lan­de oft den Blick auf das We­sent­li­che ver­stellt.               Ada Rompf

Der Welt am Sonn­tag gab der Re­gis­seur ein aus­führ­li­ches In­ter­view, in dem er über sei­ne Be­geg­nun­gen mit den in­di­schen Gro­ß­meis­tern, über die Dreh­ar­bei­ten und dar­über, wie er selbst zum Yo­ga kam, be­rich­tet. Le­sen Sie hier das In­ter­view mit dem Re­gis­seur Jan Schmidt-Gar­re.


JAN SCHMIDT-GAR­RE: Der at­men­de Gott. Rei­se zum Ur­sprung des mo­der­nen Yo­ga • Deutsch­land 2011, Film­start: 5. Ja­nu­ar 2012 

ZIEM­LICH BES­TE FREUN­DE

Zwei Män­ner, wie sie un­ter­schied­li­cher nicht sein kön­nen: Driss (Omar Sy), ge­ra­de aus dem Ge­fäng­nis ent­las­sen, wird von sei­ner Mut­ter aus der zu en­gen So­zi­al­woh­nung auf die Stra­ße ge­setzt, Phil­ip­pe (Fran­cois Clu­zet), ein Aris­to­krat mit Stadt­vil­la in ei­nem Pa­ri­ser No­bel­vier­tel, des­sen Ma­se­ra­ti im In­nen­hof ver­staubt, weil er nach ei­nem Un­fall quer­schnitts­ge­lähmt ist. Sie tref­fen auf­ein­an­der, als Driss ei­nen Be­wer­bungs­stem­pel für sei­ne Ar­beits­lo­sen­un­ter­stüt­zung braucht. Sei­ne läs­sig zur Schau ge­stell­te Mit­leids­lo­sig­keit und un­be­küm­mer­te Art we­cken Phil­ip­pes In­ter­es­se und er stellt das char­man­te Gro­ß­maul aus der Vor­stadt als Pfle­ger ein. Er gibt Driss zwei Wo­chen Zeit, sich zu be­wäh­ren. Wie die bei­den sich auf Au­gen­hö­he be­geg­nen und der nüch­ter­nen Rea­li­tät Hoff­nung und Le­bens­freu­de ab­trot­zen, ist der Be­ginn ei­ner ver­rück­ten, wun­der­ba­ren Freund­schaft, wie sie un­wahr­schein­li­cher nicht sein könn­te und doch wahr ist. 

Aus­lö­ser für den Film war ei­ne TV-Do­ku­men­ta­ti­on über Phil­ip­pe Poz­zo di Bor­go und Ab­del, „À la vie, à la mort“, der die bei­den Re­gis­seu­re so be­ein­druck­te, dass sie den Stoff un­be­dingt ver­fil­men woll­ten. Aus die­sem Her­zens­pro­jekt wur­de ein be­rüh­ren­der Film, der mit un­ge­trüb­tem Hu­mor und Ti­ming von Men­schen er­zählt, die wäh­rend der Hand­lung über sich hin­aus­wach­sen und zu bes­se­ren Men­schen wer­den. Hin­ge­hen, Wei­nen und La­chen – mit oder oh­ne Ta­schen­tuch.            Ada Rompf 

OLI­VIER NAKA­CHE/ERIC TO­LE­DA­NO: Ziem­lich bes­te Freun­de (OT: In­toucha­bles) • F 2011, 112 Mi­nu­ten, Film­start: 5. Ja­nu­ar 2012 







TZOL­KIN

Seit Men­schen­ge­den­ken spielt die Zeit ei­ne wich­ti­ge Rol­le in der evo­lu­tio­nä­ren Ent­wick­lung un­se­rer Zi­vi­li­sa­ti­on. Doch was ist „Zeit“ über­haupt? Wir ver­ste­hen und mes­sen die Zeit heu­te als ei­ne drei­di­men­sio­na­le Be­we­gung durch den Raum. Da­bei wis­sen wir spä­tes­tens seit Ein­stein, dass die Zeit in der vier­ten Di­men­si­on exis­tiert und nicht nur als räum­li­che Grö­ße an­ge­se­hen wer­den darf. Die mit­tel­ame­ri­ka­ni­schen Ma­ya er­kann­ten in den Zy­klen der Zeit die un­ter­schied­li­chen Qua­li­tä­ten von Evo­lu­ti­on und Be­wusst­sein. Ihr Wis­sen ma­ni­fes­tier­ten sie in ih­ren ins­ge­samt 17 ver­schie­de­nen Ka­len­der­sys­te­men. Ei­nes die­ser Ka­len­der­sys­te­me ist der Tzol­kin, wel­cher die 260 ver­schie­de­nen Zeit­qua­li­tä­ten un­se­res Kos­mos um­fasst. Mit der Ent­schlüs­se­lung die­ser Jahr­tau­sen­de al­ten Tzol­kin-Ma­trix kön­nen wir ver­ste­hen, wie­so be­stimm­te Er­eig­nis­se an be­stimm­ten Punk­ten der Ge­schich­te ge­sche­hen und wie es den Ma­ya mög­lich war, die Qua­li­tät der Zu­kunft zu be­schrei­ben. Was ge­schieht wirk­lich um 2012?

FRANK HÖ­FER: Tzol­kin. Die ver­bor­ge­ne Ord­nung der Zeit • Ho­ri­zon 2011, DVD, 70 Mi­nu­ten

 

GAS­LAND

Es pas­siert in ganz Ame­ri­ka: Länd­li­che Grund­be­sit­zer wa­chen ei­nes Ta­ges mit ei­nem lu­kra­ti­ven An­ge­bo­te der En­er­gie­kon­zer­ne auf, die ger­ne ihr Grund­stück ­pach­ten wür­den. Der Grund: der grö­ß­te Erd­gas-Boom in der Ge­schich­te des Lan­des. Mit ei­ner un­ter an­de­rem von der US-Fir­ma Hal­li­bur­ton ent­wi­ckel­ten un­kon­ven­tio­nel­len Erd­gas-För­der­me­tho­de na­mens „Fracking“ wird das Erd­gas aus dem Bo­den ge­presst. Für ­die Wirt­schaft ein mil­li­ar­den­schwe­rer Markt. Doch die Fra­ge darf ge­stellt wer­den: Ist „Fracking“ si­cher? Als Fil­me­ma­cher Josh Fox selbst ge­fragt wur­de, ob er sein Land für Boh­run­gen ver­pach­ten wür­de, be­gab er sich auf ei­ne klas­si­sche Road­mo­vie-Odys­see quer durch das gan­ze Land. Josh Fox kam so ei­ner Rei­he von Ge­heim­nis­sen, Lü­gen und öko­lo­gi­schen Ri­si­ken auf die Spur. Er zeigt, wie ris­kant die Ver­fah­ren wirk­lich sind. Der Fil­me­ma­cher traf auf bren­nen­de Was­ser­häh­ne, auf Stra­ßen, an de­nen sich ki­lo­me­ter­lan­ge Bohr­tür­me auf­rei­hen, auf ex­plo­die­ren­de Was­ser­brun­nen, auf Men­schen mit Er­kran­kun­gen der Atem­we­ge, auf Sprink­ler­an­la­gen, die che­mie­ver­seuch­tes Was­ser in die Luft pus­ten und auf Tie­re, de­nen die Haa­re aus­fal­len. Dies sind nur ei­ni­ge der vie­len ab­sur­den und be­fremd­li­chen Ent­hül­lun­gen über­ das von Josh Fox neu ent­deck­te Land na­mens „Gas­land“ ...   P.K.

JOSH FOX: Gas­land • DVD/Blu-ray USA 2010, 103 Mi­nu­ten. www.gas­land­the­mo­vie.com 

 

IM KOPF­STAND ZUM GLÜCK

Vier Groß­stadt­men­schen in ei­nem mo­der­nen Ber­li­ner Yo­ga­stu­dio: Der Film be­glei­tet die Prot­ago­nis­ten wäh­rend der Zeit ih­rer Aus­bil­dung zum Yo­gal­eh­rer. Ih­re Mo­ti­ve sind so un­ter­schied­lich wie sie selbst: Sie wol­len Yo­ga leh­ren, weil ihr bis­he­ri­ger Be­ruf zu we­nig Er­fül­lung bringt oder weil sie ei­nen see­li­schen An­ker im Hoch­leis­tungs­be­trieb be­nö­ti­gen, sie su­chen ei­nen Aus­gleich zum ein­sa­men Schreib­ti­sch­job oder wol­len ein­fach tie­fer in die Ge­dan­ken- und Le­bens­welt der ver­schie­de­nen Yo­gal­eh­ren ein­stei­gen. Der Film er­zählt von Sinn­su­che, Kör­per­er­fah­rung, Grenz­über­schrei­tung, dem Le­ben in Ber­lin und der Su­che nach dem Glück. ­Ne­ben der Ver­mitt­lung des Grund­wis­sens ver­langt die Aus­bil­dung von den Schü­lern vor al­lem, dass sie zu sich selbst ste­hen, dass sie ih­re Feh­ler, Schwä­chen, Wi­der­sprü­che, a­ber auch ih­re Ta­len­te und Chan­cen in Be­ruf, Fa­mi­lie und bei Freun­den er­ken­nen. Je­der für ­sich al­lein und trotz­dem ge­mein­sam be­ste­hen sie die­se Her­aus­for­de­run­gen. Mit hei­te­rer An­teil­nah­me wer­den die Prot­ago­nis­ten bei die­sem Pro­zess be­ob­ach­tet. Sie wer­den be­glei­tet bei ih­ren kör­per­li­chen und see­li­schen An­stren­gun­gen. Die Ka­me­ra ist bei gro­ßen Ge­fühls­aus­brü­chen e­ben­so da­bei wie bei den Mo­men­ten vol­ler Si­tua­ti­ons­ko­mik.    P.K.

IRE­NE GRAEF: Im Kopf­stand zum Glück • DVD, Deutsch­land 2011, 93 Mi­nu­ten, www.im­kopf­standz­umglu­eck-der­film.de

MOR­GEN DAS LE­BEN

Ju­dith. Ul­ri­ke. Jo­chen. Drei Men­schen in ei­ner Groß­stadt. Drei Men­schen, die ver­su­chen ih­rer Sehn­sucht nach­zu­kom­men und auf ein an­de­res Le­ben hof­fen. Drei Le­ben, die un­ter­schied­li­cher nicht sein kön­nen, aber doch ei­ne in­ne­re Ge­mein­sam­keit ha­ben. Ju­dith, die ehe­ma­li­ge Ste­war­dess, lebt mit ih­rem klei­nen Sohn al­lei­ne in ei­ner neu­en Wohn­sied­lung am Stadt­rand und ver­dient ih­ren Le­bens­un­ter­halt mit Heim­ar­beit und Te­le­fon­markt­for­schung. Ul­ri­ke ist von ih­rem Freund ver­las­sen wor­den und hat ge­ra­de ih­ren si­che­ren, aber öden Job im So­zi­al­re­fe­rat ge­kün­digt, um sich neu zu ver­wirk­li­chen. Jo­chen hofft auf ei­ne Per­spek­ti­ve fern von Ge­le­gen­heits­jobs, um sich als Ver­si­che­rungs­ver­tre­ter end­lich ei­ne ei­ge­ne Woh­nung leis­ten zu kön­nen. Bei al­len drei­en scheint das Le­ben aus den Fu­gen ge­ra­ten zu sein und nur aus Vor­läu­fi­gem zu be­ste­hen. Sie ver­su­chen sich neu zu ori­en­tie­ren, den All­tag po­si­tiv zu ge­stal­ten, dem Le­ben ei­nen Sinn zu ge­ben und da­bei die Lie­be zu fin­den. 

Der Film por­trä­tiert drei Men­schen bei ih­rem Ver­such, aus der ewi­gen War­te­schlei­fe ih­res bis­he­ri­gen Le­bens aus­zu­bre­chen: ei­nen klei­nen oder gro­ßen Schritt wei­ter­zu­ge­hen in Rich­tung ei­nes Ge­fühl­s von Glück und Er­fül­lung. Ganz na­tür­lich und sen­si­bel er­zählt Alex­an­der Rie­del (Drau­ßen blei­ben) in sei­nem Spiel­film­de­büt ei­ne deut­sche Groß­stadt­ge­schich­te.             P.K.

ALEX­AN­DER RIE­FEL: Mor­gen das Le­ben • DVD, Deutsch­land 2010, 91 Mi­nu­ten. www.mor­gen­das­le­ben.de 



MA­NI­TUS GRÜ­NE KRIE­GER

Wolf-Die­ter Storl gilt als ei­ner der ge­frag­tes­ten Kul­tur­an­thro­po­lo­gen und Eth­no­bo­ta­ni­ker welt­weit. 1954 wan­der­te er nach Ohio/USA aus, wo er die meis­te Zeit sei­ner Kind­heit in der Wald­wild­nis ver­brach­te. Heu­te lebt der Bo­ta­ni­ker mit Frau und Kin­dern auf ei­nem Hof im All­gäu ­an­näh­rend aut­ark und wid­met sich haupt­säch­lich dem Schrei­ben. In den präch­ti­gen Laub­wäl­dern des Mit­tel­wes­tens be­ginnt die­ses von Sohn In­go Storl pro­du­zier­te Road Mo­vie: Von den fan­tas­ti­schen Wald­ge­bie­ten Wis­cons­ins über­ ­die end­lo­se Prä­rie und die Na­tio­nal Parks Grand Te­ton und Yel­lows­to­ne bis tief in die Ro­cky Moun­ta­ins in Mon­ta­na prä­sen­tiert Wolf-Die­ter Storl die Heil­pflan­zen des Lan­des in ih­rem kul­tu­rel­len und öko­lo­gi­schen Kon­text; zahl­rei­che in­ter­es­san­te Pflan­zen­kun­di­ge und Me­di­zin­män­ner run­den das Bild die­ser Rei­se ab, de­ren Ziel das „Mon­ta­na Her­bal Gathe­ring“, ein Tref­fen der Kräu­ter­kun­di­gen und Pflan­zen­freun­de ist. Mit kri­ti­schem Blick schaut In­go Storl auch auf staat­li­che und phar­ma­zeu­ti­sche Kon­trol­len Ame­ri­kas.   P.K.

IN­GO STORL: Ma­ni­tus Grü­ne Krie­gerDVD, Deutsch­land 2011, 70 Mi­nu­ten zzgl. Ex­tras. www.ma­ni­tus-grue­ne-krie­ger.de

BE­KENNT­NIS­SE EI­NES ÖKO-TER­RO­RIS­TEN

Der Fil­me­ma­cher Pe­ter Jay Brown und sei­ne  Ka­me­ra wa­ren jah­re­lang bei den hals­bre­che­ri­schen Ak­tio­nen des wohl be­rühm­tes­ten Um­welt­pi­ra­ten der Welt da­bei: Pe­ter Wat­son. Er ge­hör­te zu den Grün­dungs­mit­glie­dern von Green­peace, ver­lie­ß ­die Or­ga­ni­sa­ti­on aber 1977, weil sie ihm nicht ra­di­kal ge­nug war. Seit dem ist er mit der „Sea She­pherd“ und sei­ner Crew auf den Welt­mee­ren un­ter­wegs. Un­ter der Ver­si­on der To­ten­kopf­fah­ne kämp­fen die Tier­rechts­ak­ti­vis­ten oft­mals auf sehr un­or­tho­do­xe Art und Wei­se ge­gen das bru­ta­le Vor­ge­hen der Rob­ben­fän­ger, zer­stö­ren il­le­ga­le Treib­fang­net­ze, oder ram­men Wal­fang­schif­fe. Die ein­ma­li­gen Bil­der die da­bei ent­stan­den, wer­den mit die­sem Film erst­mals in der Öf­fent­lich­keit ge­zeigt. Auf dem Ham­bur­ger Film­fest 2011 fei­er­te Con­fes­si­ons of an Eco-Ter­ro­rist Deutsch­land Pre­mie­re und die Be­su­cher wa­ren be­geis­tert vom Auf­tritt des an­we­sen­den Pe­ter Jay Brown. P.K.

PE­TER JAY BROWN: Con­fes­si­ons of an Eco-Ter­ro­rist • USA 2011, 90 Mi­nu­ten

GLÜCKS­FOR­MELN

Der un­still­ba­ren Sehn­sucht nach dem Glück, ­die al­le Men­schen eint, ist ei­ne au­ßer­ge­wöhn­li­che Do­ku­men­ta­ti­on ge­wid­met: Glücks­for­meln – vom Su­chen und Fin­den ei­nes Le­bens­ge­fühl­s. In­spi­riert wur­de La­ris­sa Trü­by­ zu die­sem The­ma auf der Hap­pi­ness-Kon­fe­renz in Syd­ney, die 2009 zum vier­ten Mal statt­fand.

Wis­sen­schaft­ler und Glücks­for­scher aus al­ler Welt re­fe­rie­ren über­ ih­re Er­kennt­nis­se, die sie aus den ver­schie­dens­ten Fach­ge­bie­ten ge­won­nen ha­ben. Ob es so et­was wie Glücks­for­meln gibt, ver­sucht die Re­gis­seu­rin in Ge­sprä­chen mit den nam­haf­ten Ex­per­ten her­aus­zu­fin­den. In ih­ren wei­te­ren Nach­for­schun­gen stellt sie ver­schie­de­ne Prot­ago­nis­ten mit ih­ren ganz ei­ge­nen Vor­stel­lun­gen vom Glück vor. Er­staun­li­cher­wei­se er­fährt man von dem Un­ter­richts­fach „Glück“, das Ernst Fritz-Schu­bert (62) als ers­ter Päd­ago­ge ent­wi­ckelt hat und er­folg­reich an­wen­det. Und von Lu­is (11), der sich nicht vor­stel­len kann, wie man als Er­wach­se­ner über­haupt glück­lich sein kann, und Leo (90), der sein Le­ben trotz des To­des sei­ner Frau wie­der als er­füll­t ­emp­fin­det.

Das Er­geb­nis für ­die Ex­per­ten ist ganz klar: Glück hat mit den äu­ße­ren Le­bens­um­stän­den und mit der Ver­bun­den­heit zur Welt zu tun. Die Über­ra­schung da­bei ist: Men­schen sind am glück­lichs­ten, wenn sie et­was für an­de­re tun kön­nen und sich nicht al­les um ihr ei­ge­nes Ego dreht.   Ada Rompf

LA­RIS­SA TRÜ­BY: Glücks­for­melnUni­ver­sum Film GmbH 2011, Do­ku­men­tar­film, Deutsch­land 2010, 96 Mi­nu­ten


NACHT­MEER­FAHR­TEN

Für ei­nen Fil­me­ma­cher ist es nicht schwie­rig, vom Werk C.G. Jungs fas­zi­niert zu sein. Reich ist die Welt der Ur­bil­der der See­le, der Ar­che­ty­pen, die der gro­ße Psy­cho­lo­ge des 20. Jahr­hun­derts ent­deckt und er­forscht hat. Rü­di­ger Sün­ner ist fas­zi­niert von Jungs Spi­ri­tua­li­tät, die die Be­geg­nung mit dem Schat­ten, ein zen­tra­ler Be­griff in Jungs Werk, be­inhal­tet - der Eu­ro­pä­er, so sag­te Jung ein­mal, dür­fe ­sich nicht durch spi­ri­tu­el­le Prak­ti­ken um sei­ne „dunk­len Ecken her­um­drü­cken“. In vie­len My­then muss der Held ei­ne Nacht­meer­fahrt durch­ma­chen, in der er rät­sel­haf­ten We­sen und ge­fähr­li­chen Si­tua­tio­nen be­geg­net. Carl Gus­tav Jung, der von 1875 bis 1961 leb­te, ging selbst auf ei­ne sol­che Ent­de­ckungs­rei­se und be­frag­te die Welt der Sym­bo­le und Ar­che­ty­pen auf ih­re Be­deu­tung für un­ser Le­ben. Der Psy­cho­lo­ge be­gab sich in Ge­fah­ren­zo­nen, aber er ent­deck­te vor al­lem den schöp­fe­ri­schen Reich­tum un­se­res Un­be­wuss­ten, das hei­len­de Po­ten­ti­al der Ar­che­ty­pen und Sym­bo­le, das uns, bei rich­ti­gem Um­gang, zu ei­nem voll­stän­di­gen Le­ben füh­ren ­kann. Was kön­nen wir aus My­then und Träu­men ler­nen? Was er­zäh­len uns un­se­re „Ani­ma“ und un­ser „Schat­ten“ da­bei? Wie se­hen heu­ti­ge Nacht­meer­fahr­ten aus? Die­sen Fra­gen geht Fil­me­ma­cher Rü­di­ger Sün­ner ­mit ei­ner Rei­he In­ter­view­part­nern nach, dar­un­ter die be­kann­te Psy­cho­ana­ly­ti­ke­rin und Traum­ex­pert­in­Ve­re­na Kast. Die­ser Film lädt zu ei­ner span­nen­den Rei­se in die Bio­gra­fie C.G. Jungs und in die wirk­mäch­ti­ge Welt der My­then, Träu­me und Sym­bo­le ein.             P.K.

RÜ­DI­GER SÜN­NER: Nacht­meer­fahr­ten. Ei­ne Rei­se in die Psy­cho­lo­gie von C. G. Jung • ab­so­lut Me­di­en 2011, DVD, 70 Mi­nu­ten plus 22 Mi­nu­ten Bo­nus mit ei­nem In­ter­view mit Ve­re­na Kast

LIFE IN A DAY

Ei­ne Rei­se quer über­ ­den Erd­ball, ein Blick auf al­le Kon­ti­nen­te, in un­zäh­li­ge Le­ben: Life in a day - ein Tag auf un­se­rer Er­de ist das Er­geb­nis ei­nes welt­wei­ten Auf­rufs, pri­va­te Mo­men­te des zu­fäl­lig ge­wähl­ten 24. Ju­li 2010 mit der Ka­me­ra fest­zu­hal­ten und über­ ­die In­ter­net­platt­form YouTube hoch­zu­la­den. Über 80.000 Vi­de­os mit mehr als 4.500 Stun­den zu­tiefst per­sön­li­cher und be­we­gen­der Fil­me aus der gan­zen Welt gin­gen ein. Dar­aus schuf Os­car­preis­trä­ger Ke­vin Mac­Do­nald mit Hil­fe von Rid­ley Scott (Gla­dia­tor, Thel­ma & Loui­se) ein in­ter­kul­tu­rel­les Ka­lei­do­skop des heu­ti­gen Le­bens auf un­se­rer Er­de – von lei­se bis laut, von ba­nal bis scho­ckie­rend, von quietsch­ver­gnüg­t ­bis zu To­de be­trüb­t. Ei­ne Ode an die Mensch­heit und ein wei­te­res Zei­chen der fil­mi­schen De­mo­kra­ti­sie­rung.       P.K.

KE­VIN MAC­DO­NALD: Life in a day – ein Tag auf un­se­rer Er­deAli­ve 2011, DVD, 90 Mi­nu­ten plus 54 Mi­nu­ten Bo­nus­ma­te­ri­al

PACHA­KU­TEC – ZEIT DES WAN­DELS

Ei­ne al­te Über­lie­fe­rung der In­ka be­sagt, dass die Ära der Dun­kel­heit zum En­de kommt und die Zeit des gro­ßen Wan­dels an­bricht: das Pacha­ku­tec. Nau­pa­ny Pu­ma, ein Nach­fah­re des In­ka-Pu­ma-Stam­mes, wur­de von Scha­ma­nen aus Ecua­dor und Pe­ru 1996 als der letz­te Son­nen­pries­ter die­ser al­ten In­kat­ra­di­ti­on an­er­kannt, der sei­ne ihm be­stimm­te Auf­ga­be zu er­fül­len hat: die Hei­lung der Er­de zu un­ter­stüt­zen­ und neue Er­kennt­nis­se für ­die Zeit des Um­bruchs zu sam­meln. Da­für be­gibt er sich auf ei­nen lan­gen Pil­ger­weg, der ihn über­ s­ämt­li­che Kon­ti­nen­te zu den Kraft­plät­zen die­ser Er­de führ­t. An die­sen Stät­ten ze­le­briert der aus­er­wähl­te Sohn der Er­de die hei­len­den Ri­tua­le. 

Es ist ein Ge­schenk, Nau­pa­ny Pu­ma auf sei­ner in­ne­ren wie äu­ße­ren Rei­se be­glei­ten zu dür­fen und die Schön­heit der Na­tur mit den Au­gen die­ses be­son­de­ren Men­schen zu er­le­ben. Die Bot­schaft am En­de sei­ner Rei­se ist an uns al­le ge­rich­tet: Ei­ne neue Zu­kunft ent­steht nur aus ei­ner ge­heil­ten Ver­gan­gen­heit. 

Bei der Ver­lei­hung des Cosmic Ci­ne Award 2011 er­hielt der Film den „Cosmic An­gel“ in der Ka­te­go­rie: Ju­ry­preis.

Ada Rompf

AN­JA SCHMIDT (Re­gie und Buch): Pacha­cu­tec – Zeit des Wan­dels • Scor­pio Ver­lag 2011, DVD, 89 Mi­nu­ten



PINA

Dies ist ein Film für Pi­na Bausch von Wim Wen­ders. Bei ei­nem Gast­spiel in Ve­ne­dig 1985 sah Wim Wen­ders erst­mals ei­ne Cho­reo­gra­fie von Pi­na Bausch bei ei­nem Gast­spiel des Tanz­thea­ters Wup­per­tal. „Schon nach ein paar Au­gen­bli­cken (…) un­gläu­bi­gen Stau­nens ha­be ich ein­fach mei­nen Ge­füh­len frei­en Lauf ge­las­sen und hem­mungs­los drauf­los­ge­flennt“, so der Reiss­seur. Er konn­te nicht ein­ord­nen, was er dort sah, es war kein Bal­lett, kei­ne Pan­to­mi­me, es war Pi­na: die Er­fin­de­rin ei­ner neu­en Kunst.

Aus dem per­sön­li­chen Ken­nen­ler­nen ent­stand bald die Idee für ei­nen ge­mein­sa­men Film. Bis das Pro­jekt ver­wirk­licht wer­den konn­te, brauch­te es vie­le Jah­re – die Um­set­zung mit den ver­füg­ba­ren Mög­lich­kei­ten des Me­di­ums war für Wim Wen­ders nicht an­ge­mes­sen, Pi­na Bauschs ein­zig­ar­ti­ge Kunst aus Be­we­gung, Ges­tik, Spra­che und Mu­sik ad­äquat um­zu­set­zen. Nach in­ten­si­ven Vor­be­rei­tun­gen 2009 war es end­lich so­weit, doch zwei Ta­ge vor Dreh­be­ginn ver­starb Pi­na Bausch un­er­war­tet. Das kam für al­le un­fass­bar und Be­wun­de­rer ih­rer Kunst be­trau­er­ten welt­weit den Tod der gro­ßen Cho­reo­gra­phin. Wim Wen­ders er­klär­te das ge­mein­sa­me Film­pro­jekt für ­ge­schei­tert.

Nach ei­ner Pha­se der Trau­er, er­mu­tigt vom viel­stim­mi­gen Zu­spruch und mit Zu­stim­mung der Fa­mi­lie, nahm Wim Wen­ders die Her­aus­for­de­rung an. So ent­stand mit Pi­na ei­ner der ers­ten eu­ro­päi­schen 3D-Fil­me über­haupt, welt­weit ist er der ers­te 3D-Art­haus-Film. Er lädt die Zu­schau­er ein auf ei­ne sinn­li­che, bild­ge­wal­ti­ge Ent­de­ckungs­rei­se, mit­ten hin­ein auf die Büh­ne ­des le­gen­dä­ren En­sem­bles und hin­aus in die Stadt und das Um­land von Wup­per­tal.
Ada Rompf

WIM WEN­DERS: Pi­na. Ein Tanz­film in 3D • Deutsch­land 2011, 100 Mi­nu­ten, läuft wei­ter­hin im Pas­sa­ge-Ki­no in der Möncke­berg­stra­ße (www.das-pas­sa­ge.de). No­mi­niert für ei­nen Os­car für ­den bes­ten fremd­spra­chi­gen Film

 

 

DIE ES­SENZ DER HEI­LUNG

Nach über­ zwöl­f Jah­ren als nor­ma­ler Chi­ro­prak­ti­ker ent­deck­te Eric Pearl sei­ne Fä­hig­keit zu hei­len und weck­te das In­ter­es­se von be­kann­ten Ärz­ten und me­di­zi­ni­schen For­schern aus Kran­ken­häu­sern und Uni­ver­si­tä­ten. Seit­dem ist der Au­tor des Bu­ches Re­con­nec­tion: Hei­le an­de­re, hei­le dich selbst (Ko­ha Ver­lag 2007) un­er­müd­lich da­mit be­schäf­tigt, un­ter der Lei­tung nam­haf­ter Wis­sen­schaft­ler wie Ga­ry Schwartz PhD, Wil­liam Til­ler PhD, Dr. Kon­stan­tin Ko­rot­kov und an­de­ren die­se Phä­no­me­ne wei­ter zu er­for­schen. Im Film The Li­ving Ma­trix, der sich mit dem We­sen und der Wirk­sam­keit der bio­en­er­ge­ti­schen Me­di­zin be­schäf­tigt und an­hand von For­schungs­er­geb­nis­sen die Zu­sam­men­hän­ge zwi­schen In­for­ma­ti­ons­fel­dern, un­se­rer Phy­sio­lo­gie und un­se­rer Bio­che­mie her­stellt, wirkt er als in­ter­na­tio­nal be­kann­ter und an­er­kann­ter Hei­ler mit. In Die Es­senz der Hei­lung ist Dr. Eric Pearl nun mit ei­nem Vor­trag über­ ­die Es­senz der Hei­lung zu se­hen, den er an­läss­lich des vier­ten in­ter­na­tio­na­len Bleep-Kon­gres­ses im Ju­ni 2010 in Ham­burg ge­hal­ten hat. Eric Pearl scho­ckiert die spi­ri­tu­el­le Sze­ne mit pro­vo­kan­ten Aus­sa­gen über­ ­die zahl­rei­chen Kon­zep­te en­er­ge­ti­scher Hei­lung und be­tont, dass Hei­lung ein Pro­zess des Nicht­tuns jen­seits al­ler Kon­zep­te ist, ein Ein­schwin­gen auf ein in­tel­li­gen­tes Hei­lungs­fre­quenz­feld.          P.K.

DR. ERIC PEARL: Die Es­senz der Hei­lung • Ko­ha 2011, DVD, 86 Mi­nu­ten

BEING IN THE WORLD

Einst ha­ben wir zu Göt­tern, Hel­den und Hei­li­gen auf­ge­schaut. Doch wer sind heu­te un­se­re Vor­bil­der? Ha­ben wir über­haupt noch wel­che? Was zum Bei­spiel ist mit den Sport­lern von heu­te, den Mu­si­kern, Hand­wer­kern und Kö­chen? kön­nen die­se Ex­per­ten uns noch be­geis­tern und uns ein Ge­fühl ­des Stau­nens wie­der­ge­ben? Wir Men­schen ver­fü­gen ­über die ein­zig­ar­ti­ge Fä­hig­keit, durch kör­per­li­che, geis­ti­ge und krea­ti­ve Fä­hig­kei­ten Sinn in der Welt zu fin­den. Und je bes­ser wir auf ei­nem Ge­biet sind, des­to krea­ti­ver wer­den wir auf ein­mal. Denn wenn Men­schen nach ih­ren Fä­hig­kei­ten han­deln, sind sie im so­ge­nann­ten „Flow“ – wie be­rauscht. Meis­ter auf ih­rem Ge­biet über­le­gen nicht erst, son­dern tun in­stink­tiv das Rich­ti­ge zur rich­ti­gen Zeit auf die rich­ti­ge Art und Wei­se. Doch war­um ha­ben wir heut­zu­ta­ge das Be­dürf­nis, erst zu über­le­gen, be­vor wir han­deln, und wie ei­ne Ma­schi­ne die ver­nünf­tigs­te Lö­sung zu fin­den? In die­sem für ­den Cosmic Ci­ne Award no­mi­nier­ten Film von Tao Rus­po­li kön­nen die Zu­schau­er den welt­be­kann­ten Phi­lo­so­phen Hu­bert Drey­fus und ei­ne gan­ze Ge­ne­ra­ti­on durch ihn in­spi­rier­ter Kol­le­gen auf ei­ne fas­zi­nie­ren­de Ge­dan­ken­rei­se be­glei­ten. Übe­r­all auf der Welt gibt es Men­schen, die uns zei­gen, wie wir vom stu­ren Re­gel­be­fol­gen zum tat­säch­li­chen kön­nen ge­lan­gen, wie wir Meis­ter auf dem Ge­biet der Kunst, des Hand­werks oder des Sports wer­den und wie wir da­durch erst die wah­re Viel­falt des Le­bens er­fah­ren.      P.K.

TAO RUS­PO­LI: Being in the worldScor­pio 2010, DVD, 77 Mi­nu­ten

VON MEN­SCHEN UND GÖT­TERN

Das Klos­ter­le­ben der Mön­che, das ge­prägt ist durch ru­hi­ge, ri­tua­li­sier­te Hand­lun­gen, ob im Ge­bet oder beim ge­mein­sa­men Sin­gen und wäh­rend der täg­li­chen Schwei­ge­stun­den, zeigt, wie die klei­ne Glau­bens­ge­mein­schaft um den Abt Chris­ti­an (Lam­bert Wil­son) in Ein­klang mit Gott und den be­nach­bar­ten Dorf­be­woh­nern lebt. Die Mön­che leis­ten den Nach­barn wert­vol­le Hil­fe bei der me­di­zi­ni­schen Ver­sor­gung wie auch beim Aus­fül­len amt­li­cher For­mu­la­re, selbst bei Lie­besan­ge­le­gen­hei­ten ist der Rat der Mön­che ge­fragt.

Jäh ­wird das har­mo­ni­sche Zu­sam­men­le­ben der neun Trap­pis­ten-Mön­che in den Ber­gen Al­ge­ri­ens ge­stör­t, als in der Nä­he des Klos­ters ei­ne Grup­pe von Gast­ar­bei­tern ge­tö­tet wird. Das Mi­li­tär und der Be­zirks­vor­ste­her drän­gen die Mön­che, Tib­hi­ri­ne zu ver­las­sen, da sie ih­ren Schutz nicht mehr ge­währ­leis­ten kön­nen. Die­se aber fin­den aus ganz un­ter­schied­li­chen Be­weg­grün­den zu dem ge­mein­schaft­li­chen Ent­schluss: Sie wer­den blei­ben, um ih­re Auf­ga­ben zu er­fül­len. Die Ge­schich­te, die auf Tat­sa­chen be­ruht, er­zählt von den letz­ten Wo­chen der Mön­che, die 1996 auf nie ge­klär­te Wei­se ums Le­ben ka­men. Der Film zeigt ei­ne spi­ri­tu­el­le Ge­mein­schaft, die ih­ren Glau­ben und die ei­ge­nen Über­zeu­gun­gen in­mit­ten ei­ner ge­walt­tä­ti­gen Welt be­wahrt. Ein fast hei­li­ger Mo­ment ent­steht, wenn die Mön­che bei ih­rem letz­ten Bei­sam­men­sein zu den Klän­gen von „Schwa­nen­see“ ihr Abend­mahl in ge­las­se­ner Ru­he fei­ern.    Ada Rompf

XA­VIER BE­AU­VOIS: Von Men­schen und Göt­tern • War­ner Ho­me Vi­deo, DVD, 117 Mi­nu­ten



DER WEIS­SE LÖWE

Die Kin­der sit­zen am La­ger­feu­er und lau­schen dem al­ten Gi­sa­ni (John Ka­ni), der die Le­gen­de vom wei­ßen Lö­wen er­zählt. Es ist sei­ne Ge­schich­te: wie er als jun­ger Mann (Thabo Ma­le­ma) auf der Su­che nach ei­nem Heil­mit­tel ein wei­ßes Lö­wen­ba­by fand, das ei­ner al­ten Über­lie­fe­rung zu­fol­ge ein sel­te­nen Bot­schaf­ter der Göt­ter ist, weil er das Leuch­ten der Ster­ne in sei­nem Fell trägt.

Gi­sa­ni wird zum Wäch­ter und Be­schüt­zer von Let­sa­tsi, wie das hei­li­ge Tier ge­nannt wird, da das Le­ben sei­nes Vol­kes eng mit dem Schick­sal des wei­ßen Lö­wen ver­knüpf­t ist. Aus der Fer­ne folgt er Let­sa­tsi, wie er sich – ver­trie­ben von neu­en Herr­schern des Ter­ri­to­ri­ums – al­lein den Ge­fah­ren der Wild­nis stel­len muss, bis er ein präch­ti­ger Herr­scher sei­nes ei­ge­nen Ru­dels wird.

Der Film die­ser wun­der­schö­nen Na­tur und sel­te­nen Tier­auf­nah­men ist durch die Mit­ar­beit von „Lö­wen­flüs­te­rer“ Ke­vin Ri­chard­son ent­stan­den. Die Re­al­ver­fil­mung ei­ner der wun­der­bars­ten Le­gen­den Süd­afri­kas wur­de mit drei SAFTA Awards und dem Pu­bli­kums­preis des LU­CAS Kin­der­film­fes­ti­vals aus­ge­zeich­net. Ein gro­ßar­ti­ges Er­leb­nis für ­die gan­ze Fa­mi­lie, wo­bei ganz bei­läu­fig für ­den Na­tur- und Ar­ten­schutz sen­si­bi­li­siert wird.            Ada Rompf

MI­CHA­EL SWAN: Der wei­ße Lö­we • Sun­film En­ter­tain­ment, Er­schei­nungs­ter­min 11. Au­gust 2011, DVD, Blu-ray und Blu-ray 3D, 93 Mi­nu­ten



Un­ser Buch­tipp: Lin­da Tu­cker: Die Lö­wen­frau. Das Ge­heim­nis der Wei­ßen Lö­wen • Al­le­gria 2010, geb., 560 Sei­ten, 24,95 Eu­ro

Zum In­halt: In Süd­afri­ka ge­bo­ren, in Eng­land in der Welt des Mar­ke­ting zu Hau­se, oh­ne be­son­de­ren spi­ri­tu­el­len Hin­ter­grund er­reicht Lin­da Tu­cker schein­bar aus dem nichts der Ruf der wei­ßen Lö­wen in Afri­ka. Durch ei­ne Ket­te von Zu­fäl­len wird sie in ein neu­es Le­ben ge­ru­fen, dem sie sich schlie­ß­lich mit Hin­ga­be und all ih­rer Kraft wid­met: Der Schutz der wei­ßen Lö­wen in Frei­heit und die spi­ri­tu­el­le Be­deu­tung der wei­ßen Lö­wen für Afri­ka und uns Men­schen.

Le­sen Sie hier mehr über­ ­Lin­da Tu­cker und die wei­ßen Lö­wen.
www.al­le­gri­a­ma­ga­zin.de

In­for­ma­ti­on über­ das Pro­jekt: www.al­le­gria-weis­se­loewen.de



DAS WUN­DER LE­BEN

Je­der der auf­wen­dig pro­du­zier­ten Tei­le die­ser atem­be­rau­ben­den BBC Na­tur­do­ku­men­ta­ti­on fei­ert die gro­ßar­ti­ge Viel­falt des Le­bens und schil­dert spek­ta­ku­lä­re wie über­ra­schen­de Stra­te­gi­en von Tie­ren und Pflan­zen für das täg­li­che Über­le­ben. In­no­va­ti­ve HD-Su­per­zeit­lu­pen of­fen­ba­ren tie­ri­sches Ver­hal­ten, das dem blo­ßen Au­ge sonst ver­bor­gen blie­be. In die­sem zwei­ten Teil wer­den bei­spiels­wei­se See­lö­wen be­ob­ach­tet, die ein töd­li­ches Katz-und-Maus-Spiel mit Wei­ßen Hai­en trei­ben. Atem­be­rau­ben­de Zeit­lu­pen­bil­der zei­gen, wie Ha­sen­maul­fle­der­mäu­se im Sturz­flug Fi­sche aus dem Was­ser schnap­pen. Und Gro­ß­auf­nah­men of­fen­ba­ren, wie fleisch­fres­sen­de Pflan­zen ja­gen. Die Stars sind die Le­be­we­sen die­ser Er­de, ge­filmt in über­ vier Jah­ren Pro­duk­ti­ons­zeit und 3.000 Dreh­ta­gen, rund um den Glo­bus, auf al­len Kon­ti­nen­ten und in al­len Le­bens­räu­men. 130 au­ßer­ge­wöhn­li­che Tier­ge­schich­ten sind zu se­hen, da­von 54, die so noch nie ge­filmt wur­den. Das Wun­der Le­ben ist ei­ne Se­rie von im­men­sem Um­fang und stellt neue Maß­stä­be im Gen­re des Na­tur­films auf.      P.K.

BBC: Das Wun­der Le­ben. Life Vol. 2 • Po­ly­band & Top­pic Vi­deo / BBC 2009, DVD/Blu-ray, Do­ku, 250 Mi­nu­ten

MY­THOS AMA­ZO­NAS

Die drei­tei­li­ge Do­ku-Se­rie ent­führ­t ­den Zu­schau­er in die Welt des grö­ß­ten Re­gen­wal­des der Er­de. In ei­ne Re­gi­on, die den ers­ten Eu­ro­pä­ern, die sie be­tra­ten, Furcht ein­flö­ß­te. Für ­sie war der Ama­zo­nas ei­ne „Grü­ne ­Höl­le“, ein un­heil­vol­ler Ort vol­ler gif­ti­ger Pflan­zen und ge­fähr­li­cher Tie­re. Heu­te wei­ß ­man, wie ar­ten­reich und ein­ma­lig das Ge­biet ist, welch wich­ti­ge Rol­le es für das Welt­kli­ma spielt und dass sich vie­le bis­lang un­ent­deck­te Roh­stof­fe für bei­spiels­wei­se Arz­nei­en in den Pflan­zen ver­ber­gen. Drei Jah­re ver­brach­te das Pro­duk­ti­ons­team am Ama­zo­nas. Auf ei­ner Flä­che et­wa 20 Mal so gro­ß wie Deutsch­land leg­ten sie tau­sen­de Ki­lo­me­ter zu Fu­ß, in Boo­ten, in Flug­zeu­gen oder He­li­ko­ptern zu­rück. ­Sie wag­ten sich in weit ent­le­ge­ne Re­gio­nen, er­klom­men die Wip­fel von Ur­waldrie­sen und tauch­ten zwi­schen über­flu­te­ten Baum­kro­nen. Die Mü­he ­lohn­te sich – auf­wen­di­ge Zeit­lu­pen, sta­bi­li­sier­te Flug­auf­nah­men, Un­ter­was­ser- und Ma­kro­shots so­wie Kran­fahr­ten lie­fer­ten 400 Stun­den Na­tur­film­ma­te­ri­al in HD Qua­li­tät, dar­un­ter ein­zig­ar­ti­ge Auf­nah­men und spek­ta­ku­lä­res, nie ge­zeig­tes Tier­ver­hal­ten. Für ­die­se DVD/BD-Aus­ga­be wur­den die bes­ten Auf­nah­men ex­tra­hiert.             P.K.

CHRIS­TI­AN BAU­MEIS­TER: My­thos Ama­zo­nasPo­ly­band & Top­pic Vi­deo 2011, DVD/Blu-ray 2011, Do­ku, 135 Mi­nu­ten

UN­SER TÄG­LICH BROT

„Die Bil­der der Wer­bung, in de­nen But­ter ge­rühr­t ­wird und ein klei­ner Bau­ern­hof mit ver­schie­de­nen Tie­ren ge­zeigt wird, hat nichts mehr da­mit zu tun, wo un­ser Es­sen tat­säch­lich her­kommt. Es herrscht ei­ne Ent­frem­dung in Be­zug zu der Ent­ste­hung un­se­rer Nah­rung und zu die­sen Ar­beits­wel­ten, die es lohnt, auf­zu­bre­chen“, sagt Re­gis­seur Ni­ko­laus Geyr­hal­ter über­ ­s­ei­nen er­hel­len­den Do­ku­men­tar­film, der ei­ne fil­mi­sche Me­di­ta­ti­on über­ ­die Welt der in­dus­tri­el­len Nah­rungs­mit­tel­pro­duk­ti­on dar­stellt. Zum Rhyth­mus von Fließ­bän­dern und rie­si­gen Ma­schi­nen zeigt der Film Or­te, an de­nen Nah­rungs­mit­tel pro­du­ziert wer­den: für ­Fahr­zeu­ge op­ti­mier­te, sur­rea­le Land­schaf­ten; ste­ri­le Räu­me in funk­tio­nel­ler, in­dus­tri­el­ler Ar­chi­tek­tur, für ­lo­gis­tisch-ef­fi­zi­en­te Ab­läu­fe ent­wi­ckelt. Ei­ne küh­le ­in­dus­tri­el­le Um­ge­bung, die we­nig Raum für In­di­vi­dua­li­tät lässt. Ni­ko­laus Geyr­hal­ter zeigt die in­dus­tri­el­le Nah­rungs­mit­tel­pro­duk­ti­on als Spie­gel­bild un­se­res Wert­ka­nons: viel, ein­fach, schnell. We­ni­ge pro­du­zie­ren für uns al­le. Die Do­ku­men­ta­ti­on gibt dem Zu­schau­er Ein­sicht in die Or­te, die sich un­se­rem All­tag ver­schlie­ßen. Er bie­tet Ein­bli­cke dort, wo Ver­drän­gung die Re­gel ist, und lie­fert Er­kennt­nis.             P.K.

NI­KO­LAUS GEYR­HAL­TER: Un­ser täg­lich BrotAli­ve 2011, DVD/Blu-ray, Do­ku, 92 Mi­nu­ten

COSMIC CI­NE AWARDS VER­LIE­HEN

Erst­mals wur­de beim Cosmic Ci­ne Fes­ti­val in Frank­furt im Mai 2011 der Cosmic An­gel ver­lie­hen. Aus 31 Fil­men, die in vier Städ­ten ge­zeigt wur­den, wur­den vom Pu­bli­kum und der Fach­ju­ry die Ge­win­ner aus­ge­wählt.

Auf der fei­er­li­chen Ab­schluss­ver­an­stal­tung konn­ten die Haupt­ge­win­ner Anya Schmidt und Nau­pa­ny Pu­ma für ­Pacha­ku­tec – Zeit des Wan­dels (Ju­ry-Preis, Be­spre­chung sie­he un­ten) so­wie Se­bas­ti­an Go­der und Tho­mas Frei für ­Der Film DEI­NES Le­bens (Pu­bli­kums-Preis, sie­he KGS 05/2011) den „Cosmic An­gel“ in Ge­stalt ei­nes En­gels mit der Er­de in der Hand – ein­ge­bet­tet als drei­di­men­sio­na­les Ho­lo­gramm in ei­ner Glas­py­ra­mi­de – in Emp­fang neh­men. Mo­de­riert wur­de die Ver­an­stal­tung kurz­wei­lig und mit viel Hu­mor von Tho­mas Schmel­zer (Mys­ti­ca TV) und Dun­ja Burg­hardt (Cosmic Ci­ne Bü­ro­). Hier die Ge­win­ner der ers­ten drei Plät­ze in bei­den Ka­te­go­ri­en:

Ju­ry­preis

1. Pacha­ku­tec – Zeit des Wan­dels
2. Der Film DEI­NES Le­bens
3. Am An­fang war das Licht (Be­spre­chung sie­he un­ten)
Pu­bli­kums­preis

1. Der Film DEI­NES Le­bens
2. Pacha­ku­tec – Zeit des Wan­dels
3. 2012 – Ti­me for Chan­ge (Be­spre­chung sie­he un­ten)

Be­son­ders be­ein­druck­te das Pu­bli­kum die Dan­kes­re­de des In­ka Scha­ma­nen Nau­pa­ny Pu­ma, der auf be­we­gen­de Wei­se von sei­nem drei­jäh­ri­gen Pil­ger­weg und der Ver­söh­nung al­ler Men­schen sprach.

DER FILM DEI­NES LE­BENS!

Von den Ge­heim­nis­sen des Le­bens und der Ma­gie des Glücks. ­Tau­melnd irrt ein Mann durch die Wüs­te – Bil­der wie aus ei­ner Traum­se­quenz, aus der er spä­ter im Kran­ken­haus er­wacht. Doch sei­ne Er­in­ne­run­gen und sein Ge­dächt­nis sind ihm ab­han­den ge­kom­men. Blank (Pa­trik Fich­te), der Na­me, den er sich selbst ge­ge­ben hat, ist wie ein lee­res Blatt, auf das man al­les schrei­ben kann. Für ­s­ei­ne Um­welt re­agiert er dar­auf mit ei­ner merk­wür­di­gen Ge­las­sen­heit, die sich dar­aus er­klärt, dass er wäh­rend sei­nes Ko­mas den Zu­gang zu ei­ner ge­heim­nis­vol­len in­ne­ren Stim­me ent­wi­ckelt, die Zu­gang zum uni­ver­sel­len Wis­sen hat. 

Um her­aus­zu­fin­den, wer er ist, macht Blank sich auf den Weg. Die Sta­ti­ons­schwes­ter Ma­ria (Jut­ta Fas­ti­an), sei­ne un­frei­wil­li­ge Flucht­hel­fe­rin aus dem Kran­ken­haus, wird auf sei­ner aben­teu­er­li­chen Rei­se zu sich selbst zu sei­ner Kom­pli­zin. Bei der Su­che nach sei­nem ver­lo­re­nen Le­ben be­geg­nen ihm Men­schen, die in be­ruf­li­chen, ge­sund­heit­li­chen oder part­ner­schaft­li­chen Pro­ble­men ste­cken.

Durch sei­ne Er­kennt­nis der Po­la­ri­tät als ei­ner der sie­ben Spiel­re­geln des Le­bens, stellt er den Men­schen die rich­ti­gen Fra­gen und zeigt ih­nen auf, wie ver­steck­te in­ne­re Pro­gram­me sie un­be­wusst be­ein­flus­sen: dem Ma­na­ger, der durch sei­ne Krank­heit die Kon­trol­le über­ ­sein per­fek­tes Le­ben ver­liert, dem hoff­nungs­lo­sen Bett­ler, der sich nicht traut, Geld für ­s­ei­ne Bil­der zu neh­men, oder der al­lein­er­zie­hen­den Mut­ter mit dem un­er­füll­ten Wunsch nach ei­nem Part­ner.

Über das Prin­zip der Spie­ge­lung, der Re­so­nanz, von Ur­sa­che und Wir­kung er­fah­ren nicht nur Blanks neue Weg­ge­fähr­ten, wel­cher Sinn in Kri­sen steckt und war­um wir uns oft selbst be­hin­dern. Auch Blank be­greift, was ihn ins Ko­ma ge­trie­ben hat: die Krea­ti­on sei­nes ei­ge­nen Le­bens zu er­ken­nen, um letzt­end­lich sei­ner Selbst be­wusst zu wer­den – ver­stan­den als im­mer­wäh­ren­der Pro­zess. Die Über­schrift könn­te sein: „Wenn du et­was än­dern willst, schau in den Spie­gel, dein Part­ner spie­gelt es wi­der.“

Der Film dei­nes Le­bens ist ein span­nen­der, lehr­rei­cher Spiel­film, den der Schau­spie­ler und Re­gis­seur Se­bas­ti­an Go­der mit spie­le­ri­scher Leich­tig­keit über­ ­die sie­ben Le­bens­prin­zi­pi­en als Schlüs­sel ­des be­wuss­ten Le­bens ge­dreht hat. Ent­stan­den ist der Film ge­nau nach die­sen Prin­zi­pi­en: Zu­erst war der Traum, den der Pro­du­zent Tho­mas Frei hat­te – er woll­te ei­nen Film pro­du­zie­ren, der die In­hal­te von schöp­fe­ri­scher Le­bens­ge­stal­tung und er­lern­ba­rer In­tui­ti­on in Form ei­nes un­ter­halt­sa­men Spiel­films ver­mit­telt. Er ge­wann ein be­geis­ter­tes Team, das wie er an die Ver­wirk­li­chung sei­nes Pro­jek­tes glaub­te. So ent­stand Blank, der Mann oh­ne Ver­gan­gen­heit, oh­ne Ge­dächt­nis, oh­ne Er­in­ne­rung – aber mit ei­ner star­ken in­ne­ren Stim­me.
Ada Rompf

SE­BAS­TI­AN GO­DER: Der Film Dei­nes Le­bens. Von den Ge­heim­nis­sen des Le­bens und der Ma­gie des Glücks • Dar­stel­ler: Fran­cis Ful­ton-Smith, Pa­trik Fich­te, La­ra Joy Kör­ner, An­ge­la Ascher, Jut­ta Fas­ti­an u. a. • Al­le­gria 2011, DVD, 115 Mi­nu­ten

AM AN­FANG WAR DAS LICHT

Der Do­ku­men­tar­film des ös­ter­rei­chi­schen Re­gis­seurs P. A. Strau­bin­ger lief beim dies­jäh­ri­gen Film­fest in Mün­chen und reg­te das Pu­bli­kum zu kon­tro­ver­sen Dis­kus­sio­nen an. Ist es denk­bar, dass Men­schen oh­ne Es­sen und Trin­ken über­ Jah­re hin­weg über­le­ben kön­nen, in­dem sie sich aus­schlie­ß­lich von Licht er­näh­ren? Han­delt es sich hier­bei um Schar­la­ta­ne­rie oder um ver­ges­se­nes Wis­sen? Wie re­agiert die tra­di­tio­nel­le Wis­sen­schaft auf das Phä­no­men? Gibt es Er­klä­rungs­an­sät­ze für ­Licht­nah­rung oder Pra­na? Der Film zeigt Men­schen, die oh­ne Es­sen und Trin­ken le­ben kön­nen – über­ ­Wo­chen, Jah­re oder so­gar Jahr­zehn­te. Men­schen, die von sich be­haup­ten, durch Be­wusst­seins­ver­än­de­rung so wie ei­ne Pflan­ze die En­er­gie des Lichts nut­zen zu kön­nen. Ba­sie­rend auf Er­leb­nis­be­rich­ten, mit­tels In­ter­views und wis­sen­schaft­lich pro­to­kol­lier­ten La­bor­ex­pe­ri­men­ten folgt der Film dem Phä­no­men „Licht­nah­rung“ oder „Bre­at­ha­ria­nis­mus“. Me­di­zi­ner und Wis­sen­schaft­ler be­ge­ben sich auf ei­ne ver­blüf­fen­de Spu­ren­su­che rund um den Glo­bus, die neu­es­te Er­klä­rungs­mo­del­le aus der Quan­ten­phy­sik ge­nau­so ein­schlie­ßt wie das Wis­sen der öst­lich-spi­ri­tu­el­len Tra­di­ti­on.

PE­TER-AR­THUR STRAU­BING: Am An­fang war das Licht • Ös­ter­reich 2009, 90 Mi­nu­ten • Ali­ve 2011, DVD

TI­ME FOR CHAN­GE

Es herrscht End­zeit – laut her­aus­ra­gen­den As­tro­no­men der prä­ko­lum­bia­ni­schen Ma­ya­kul­tur nimmt zur Win­ter­son­nen­wen­de am 21. De­zem­ber 2012 die Son­ne in ei­ner un­ge­wöhn­li­chen und sel­te­nen Pla­ne­ten­kon­stel­la­ti­on das Zen­trum der Milch­stra­ße ein. Dies pas­siert nur al­le 26.000 Jah­re und an die­sem Da­tum en­det der Ma­ya­ka­len­der, was von vie­len Pro­phe­ten als mög­li­ches En­de der Welt in­ter­pre­tiert wur­de.

Ei­nen ra­di­ka­len Ge­gen­ent­wurf zu al­len um die­ses omi­nö­se Da­tum sich ran­ken­den Welt­un­ter­gangs­sze­na­ri­en lie­fert der Do­ku­men­tar­film 2012 – Ti­me for Chan­ge. Ba­sie­rend auf den Bü­chern des New Yor­ker Au­tors Da­ni­el Pinch­beck prä­sen­tiert der vom bra­si­lia­ni­schen Re­gis­seur João A­mo­rim ge­dreh­te Film ra­di­ka­le po­si­ti­ve Al­ter­na­ti­ven, um dem zer­stö­re­ri­schen Kon­sum­sys­tem heu­ti­ger Prä­gung ei­ne nach­hal­ti­ge öko­lo­gi­sche Wirt­schaft ent­ge­gen­zu­set­zen. Psy­che­de­li­ker Pinch­beck, Au­tor des Bu­ches 2012 – Die Rück­kehr der ge­fie­der­ten Schlan­ge (Sphinx Ver­lag 2007), pro­mi­nen­te Künst­ler wie Da­vid Lynch, Sting, El­len Pa­ge, Gil­ber­to Gil und Wis­sen­schaft­ler wie Bar­ba­ra Marx Hub­bard und Paul Sta­mets skiz­zie­ren fas­zi­nie­ren­de Mög­lich­kei­ten der Evo­lu­ti­on mensch­li­chen Le­bens auf der Er­de – auf der Ba­sis ei­nes grund­le­gen­den per­sön­li­chen und ge­sell­schaft­li­chen Be­wusst­seins­wan­dels.

Pe­ter Kirs­ten

JOÃO AMO­RIM: 2012 – Ti­me for Chan­ge • Ali­ve 2011, DVD, 80 Mi­nu­ten plus 2 Stun­den Bo­nus­ma­te­ri­al 


DIE HEI­LUNG DES LICHT­KÖR­PERS

Die en­er­ge­ti­schen Heil­wei­sen der In­ka sind zen­tra­les The­ma die­ser neu­en DVD mit Al­ber­to Vil­lol­do. Aus­ge­bil­det als me­di­zi­ni­scher An­thro­po­lo­ge lie­ß Dr. Al­ber­to Vil­lol­do vor drei­ßig Jah­ren die aka­de­mi­sche Welt hin­ter sich, um bei In­ka-Scha­ma­nen in den An­den die Me­di­zin der Zu­kunft zu stu­die­ren. Sie lehr­ten ihn die Na­tur des leuch­ten­den En­er­gie­fel­des, das un­se­ren phy­si­schen Kör­per um­gibt und wie ei­ne Blau­pau­se des Le­bens mit In­for­ma­tio­nen ver­sieht. Nach al­tem scha­ma­ni­schen Wis­sen sind vie­le kör­per­li­che und psy­chi­sche Pro­ble­me die Fol­ge fal­scher Pro­gram­mie­run­gen un­se­res Licht­kör­pers. Wenn wir sie ver­ste­hen, kön­nen wir uns und auch an­de­re hei­len. Der Zu­schau­er be­glei­tet Dr. Vil­lol­do zu den letz­ten In­ka, um das Ge­heim­nis der Scha­ma­nen zu er­fah­ren – ein Ge­heim­nis, das zu Ge­sund­heit, Glück und in­ne­rem Frie­den füh­ren ­kann. „Wir un­ter­schei­den zwi­schen Hei­len und Be­han­deln. Das Be­han­deln ist die Auf­ga­be der Me­di­zin, und es geht da­bei um das Eli­mi­nie­ren von Sym­pto­men. Das Hei­len ist die Auf­ga­be der Scha­ma­nen – und es ist nicht nur ef­fek­ti­ver, es be­inhal­tet auch das Be­han­deln“, sagt Al­ber­to Vil­lol­do. Auf der DVD sind zahl­rei­che Ge­mäl­de des vi­sio­nä­ren Künst­lers Alex Grey zu se­hen, die hel­fen, den en­er­ge­ti­schen Auf­bau un­se­res Licht­kör­pers zu ver­ste­hen. Kein an­de­rer Ma­ler hat die leuch­ten­den En­er­gie­fel­der in ih­ren Fein­hei­ten so gut er­fasst.

AL­BER­TO VIL­LOL­DO: Die Hei­lung des Licht­kör­persAm­ra 2011, DVD, 74 Mi­nu­ten

KEH­RE ES UM!

The Work“ von By­ron Ka­tie ist ein re­vo­lu­tio­nä­rer An­satz zum Um­gang mit den Ge­dan­ken, die uns da­von ab­hal­ten, in Frie­den und Freu­de zu le­ben. Auf die­ser DVD be­glei­tet Ka­tie ei­ni­ge Men­schen mit „The Work“: ei­ne Frau, de­ren Bru­der im Irak ge­tö­tet wur­de; ei­ne Frau, die Angst hat, ihr Herz könn­te ge­bro­chen wer­den; ei­nen Mann, der sich un­at­trak­tiv fühl­t; ei­ne Frau, die de­pres­siv ist, weil die Eis­bä­ren ver­hun­gern. Mit ih­rem Hu­mor und ih­rer lie­be­voll-schar­fen Klar­heit zeigt sie je­dem von uns, wie „The Work“ mit vier ein­fa­chen Fra­gen un­ser Le­ben ver­wan­deln kann. Eck­hart Tol­le, Au­tor des Bu­ches Jetzt! - Die Kraft der Ge­gen­wart (Kam­phau­sen 2000) be­zeich­net „The Work“ als „ein ra­sier­mes­ser­schar­fes Schwert, das die Il­lu­sio­nen durch­trennt und da­bei hilft, die zeit­lo­se Es­senz des ei­ge­nen We­sens zu er­ken­nen.“

 

By­ron Ka­tie ist ei­ne der be­deu­tends­ten und po­pu­lärs­ten spi­ri­tu­el­len Leh­re­rin­nen un­se­rer Zeit. In ih­rer welt­weit von Hun­dert­tau­sen­den prak­ti­zier­ten Selbst­be­fra­gungs­tech­nik „The Work“ zeigt sie Men­schen, wie sie jeg­li­ches Lei­den be­en­den kön­nen und ler­nen zu lie­ben, was ist. Der ein­fa­che Pro­zess ist Men­schen je­des Al­ters und je­der Her­kunft zu­gäng­lich. Ih­re Bü­cher s­ind in­ter­na­tio­na­le Best­sel­ler.

BY­RON KA­TIE: Keh­re es um! Wie The Work un­ser Le­ben ver­wan­deln kann • Tao Ci­ne­ma­thek 2011, DVD, ca. 80 Mi­nu­ten